7C – Compartment C

Im weiten Feld der experimentellen Jazz- und Instrumentalmusik gibt es vieles zu entdecken. Dem italienischen Trio 7C gelang es, mich ein kleines Bisschen zu überraschen. Jedenfalls kann ich mich nicht erinnern, bereits eine Kombination aus Kontrabass, Noise und schwungvollen Rhythmen, die mitunter in Beats übergehen, gehört zu haben. 7C werden in Kürze ihr drittes Album „Compartment C“ veröffentlichen.

Die Musik ist alles und nichts zugleich. 7C vermischen komplizierte und technische Abstraktheit mit Noise, elektronischen Klangerzeugern, Beats und monotonen Einwürfen. Laute, harte und dissonante Arrangements kommen ebenso vor wie leise, harmonische Darbietungen. Das Album hält viel bereit und ist nicht leicht zugänglich. „Compartment C“ wirkt bisweilen fordernd und improvisiert, was nicht jedem liegt.

Alles und nichts auch deshalb, weil 7C offen für alle erdenklichen Genres zu sein scheinen. „Compartment C“ ist wahrlich freie und experimentelle Musik, die sowohl im Jazz als auch gleichzeitig im Rock und Metal beheimatet sein könnte. Jedenfalls rufen die vielen schwungvollen Rhythmen und Beats in mir Assoziationen zu diversen, ganz unterschiedlichen Metal-Bands wach, was ich sehr spannend finde, da dies vermutlich überhaupt keine Absicht war.

7C erzählen eine Geschichte. Das Cover ziert eine Zeichnung des bekannten amerikanischen Malers Edward Hopper. Es geht um die Entfremdung und Vereinsamung des Menschen in der modernen Welt. Jedes Stück des Albums erzählt eine Episode im Tag/Leben eines Menschen, beginnend mit dem „Intro“, welches den Sonnenaufgang darstellt und am Ende entsteht mit dem „Outro“ neues Leben, womit sich der Kreis schließt und alles von vorne anfängt.

Mir gefällt „Compartment C“ ganz gut. Die Musik ist sonderbar und schräg, nicht immer liebenswert. Doch das macht sie für mich so interessant. Außerdem empfinde ich die Vermischung von Kontrabass, Gitarre und Elektronik als überaus gelungen und reizvoll. Wer sich für experimentelle und freie Instrumentalmusik interessiert, sollte mal beide Ohren riskieren. Jedoch muss man vielleicht etwas Zeit mitbringen, ich musste mich jedenfalls erst herantasten und auf den ungewöhnlichen Sound von „Compartment C“ einstellen.

7C – Compartment C
29.09.17 | Avantgarde Jazz Rock
CD, Digital | DeAmbula Records

1. Intro
2. Approaching A City
3. Eleven A.M.
4. Eye & Ear Control
5. Yonkers
6. Depression
7. The End Of The Day
8. Outro

Tony „Death“ Berardinucci – Gitarre, Noise
Giuseppe Iubatti – Kontrabass, Noise
Davide Di Virgilio – Schlagzeug, Perkussion, Loop Station, Synthesizer, Noise

http://www.7cband.com/ | https://www.facebook.com/7cTrio | https://setteci.bandcamp.com/
http://www.deambularecords.com/ | https://www.facebook.com/deambularec/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.