Aluk Todolo – Archives Vol. 1

Aluk Todolo - Archives Vol. 1Der Name deutet es bereits an. Es handelt sich hierbei nicht um ein neues Album aus dem Hause ALUK TODOLO. Stattdessen bescheren uns die Düsterrocker eine Sammlung von unveröffentlichten oder seltenen Aufnahmen, die während der ersten Dekade entstanden sind. Die Lieder unterliegen keiner chronologischen Anordnung, was aber nicht weiter schlimm ist, da man sie anhand der römischen Datumsangaben durchaus zeitlich zuordnen kann.
Es handelt sich um raue und unpolierte Probeaufnahmen die allesamt auf privaten Bändern der Musiker gefunden wurden, oder es sind alternative Versionen bereits veröffentlichter Lieder, oder es sind bizarre Klangexperimente.

„Archives Vol. 1“ ist jedenfalls nicht die Veröffentlichung der ersten Wahl, um ALUK TODOLO kennenzulernen. Wer es bisher versäumte in die tiefen Klangwelten der Franzosen einzutauchen, sollte nicht unbedingt mit dieser Kompilation anfangen. Die Ansammlung des alten Materials ist über weite Strecken räudig, hässlich und gemein. Die langen Passagen sind häufig durch eine lärmende und fordernde Monotonie geprägt. Das ist nichts Neues, doch um an diesem rohen und ungeschliffenen Klangkörper gefallen zu finden, muss man entweder ein Fan von ALUK TODOLO sein oder grundsätzlich ein Faible für okkulte und düstere Instrumentalmusik haben. Jedenfalls hört und fühlt sich „Archives Vol. 1“ über weite Strecken wie eine Demo an.

Die ersten Veröffentlichungen waren zwar auch bis zu einem gewissen Grad dreckig und rau, doch die Stücke von „Archives Vol. 1“ sind insgesamt betrachtet wesentlich derber. Sie sind aber nicht einfach nur klanglich roher und primitiver, sie sind in weiten Teilen überdies auch schlicht unharmonischer. Ich erinnere nur an das großartige Stück „Side A“ von der Debüt-EP aus dem Jahre 2006, oder an „Burial Ground“ vom Debütalbum, welches ein Jahr später kam. Dort erschufen ALUK TODOLO eine unbeschreiblich intensive Atmosphäre, resultierend aus offensichtlicher aber gleichförmiger Melodik. Hinter dem hier enthaltenen Stück „VII II MMVIII“ verbirgt sich übrigens „Side A“. Allerdings in einer roheren Version, die sich richtig analog, knistern und rauschen inklusive, anhört. Es ist auch der harmonischste und melodischste Titel von „Archives Vol. 1“. Die anderen Stücke sind entweder hochgradig monoton, lärmend oder eine Mischung von Noise, Ambient und Industrial.

ALUK TODOLO waren schon immer eine überaus vielfältige Band. Die verschiedenen Alben (oder auch Lieder) unterschieden sich zum Teil deutlich voneinander. Eine lange Zeit war ich beispielsweise von dem Lied „I“ vom Album „Occult Rock“ angetan, dessen schnelle und metallische Härte und Rigorosität mich in den Bann zog, was sich mit „Side A“ oder „Burial Ground“ gar nicht vergleichen lässt.

Aluk Todolo (Prag 2013)
Aluk Todolo (Prag 2013)

In diesem Sinne ist „Archives Vol. 1“ eine absolut logische Ansammlung, da sie die immense Vielfalt von ALUK TODOLO perfekt wiederspiegelt. Für Fans von ALUK TODOLO ist diese Veröffentlichung eine absolute Pflichtveranstaltung. Wer sie bisher noch nicht kannte, sollte sich auf düstere und verstörende Musik aus dem Reich der Finsternis gefasst machen.

Aluk Todolo – Archives Vol. 1
20.03.2017 | Occult Krautrock
Vinyl / Digital | Temple Of Torturous

1. IV XII MMX
2. XXVI IX MMX
3. XVIII I MMVI
4. XV V MMVIII
5. XXVII XI MMIV
6. XVII I MMVI
7. VII II MMVIII
8. X IX MMVIII

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