Ånd – Aeternus

Ånd - AeternusAuf ihrem Debütalbum „Aeternus“ spielen ÅND aus Berlin modernen und atmosphärisch aufgeladenen Black Metal, den sie selbst als Post Black Metal verkaufen. Kann man so machen, ist aber nicht zwingend. ÅND selbst verlautbarten von Bands wie SECRETS OF THE MOON oder HELRUNAR beeinflusst worden zu sein. Dies kann ich bestätigen, einfach schon deshalb, weil sich ÅND sehr deutsch anhören und anfühlen.

Dies liegt nicht nur am deutschsprachigen und gut verständlichen Gesang. Es ist dieser besondere deutsche Impetus, den man von Bands wie HELRUNAR, GEïST/EïS, IMPERIUM DEKADENZ oder TODTGELICHTER her kennt. Sie alle eint eine gewisse progressive Grundausrichtung, die mit klarer Produktion und der Vermischung aus Melodik, Härte und Technik daher kommt. In jedem Fall muss der (Post) Black Metal eine gewisse Ästhetik verkörpern, wozu auch eine dezente Melancholie und Sehnsucht gehört, die stets unterschwellig mitschwingt. Mit diesen und vergleichbaren Grundzutaten wurde auch „Aeternus“ hergestellt.

ÅND verstehen ihr Handwerk offensichtlich. Das Album hört sich sehr stimmig und professionell an, so, als wären die Berliner längst alte Hasen, schon lange im Geschäft und würden ewig miteinander auf den Bühnen dieser Welt spielen. Zu der oben erwähnten Ästhetik gehört auch eine Dominanz der Kälte, die aber nicht roh oder (zu) hässlich wirken darf. Das Ganze muss dennoch hübsch Verpackt sein, darf aber auch nicht zu atmosphärisch oder melodisch sein. Diese Waage zu halten und umzusetzen ist ÅND gut gelungen.

Dennoch zündet bei mir „Aeternus“ nicht. Das liegt nicht daran, weil es ein schwaches oder schlechtes Album wäre, nein, wie gesagt, ÅND haben ihre Hausaufgaben gemacht, ich tat mich mit dieser Form des Black Metal schon immer schwer. Diese Ästhetik trifft einfach nicht meinen Geschmack, noch nie! Ich habe nichts gegen gute Melodien, aber ich brauche meinen Black Metal einfach ein paar Schippen hässlicher, dreckiger und ungeschliffener, es dürstet in mir nach Ecken und Kanten. Davon ist hier nichts zu spüren.

Auch wenn mir diese Spielart des Black Metals geschmacklich nicht zusagt, muss ich ÅND die Kürze zugutehalten. Die Lieder sind zwischen drei und vier Minuten lang, was zu einer Gesamtspielzeit von knapp 26 Minuten führt. Es wird nichts künstlich in die Länge gezogen, was ich sehr zu würdigen weiß. Wer die oben genannten Bands mag oder wer einfach gern gut gemachten Black Metal mit Gefühl und Atmosphäre hört, darf ÅND mit „Aeternus“ unbedingt probieren.

Ånd – Aeternus
2016 | Black Metal
Vinyl, CD | This Charming Man

1. Auferstehung
2. Verstoßene
3. Niedertracht
4. Illusion
5. Dämmerung
6. Schatten
7. Heimkehr

https://www.facebook.com/Aandband/
http://www.thischarmingmanrecords.com/ | https://www.facebook.com/Thischarmingmanrecords

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