Arrakis – Electricon

Arrakis - ElectriconEs ist noch gar nicht so lange her, da veröffentlichten ARRAKIS aus Thessaloniki ihr Debütalbum „Ammu Dia“ und nun gibt es mit „Electricon“ bereits den Nachfolger. ARRAKIS verfolgen konsequent ihren eingeschlagenen Weg und spielen instrumentalen Rock, der sich in einem Spagat zwischen Psychedelic und Stoner Rock befindet.

Mit dem Opener „Plexus“ beginnt das Album relativ flott. Ein treibend und zischend gespieltes Schlagzeug eröffnet gemeinsam mit einem rotzigen Gitarrensoli den instrumentalen Reigen. „Plexus“ ist eine wendungsreiche Eröffnung voller Stoner und Psychedelic Rock, die zuweilen auch eine Portion Heavy Rock offen legt. Sie steht stellvertretend für das gesamte Album, welches wie dieser Opener Höhen und Tiefen offenbart.

Nach dem netten Einstieg folgt mit dem Titellied „Electricon“ der Höhepunkt des Albums. Am Anfang ist eine schöne Stonermelodie zu gehören, deren repetitive Melodik schlicht aber wirkungsmächtig ist. Im Verlauf wird das Lied partiell auch ein wenig lauter und anregender. Über weite Strecken sind jedoch gequälte und ausgedehnte Gitarrensoli zu hören, die die Vorliebe für Improvisation aufzeigen. Diese psychedelischen Gitarreneinsätze sind teilweise energisch und dreckig, was ich grundsätzlich mag, obgleich mir das gewisse Etwas fehlt.

ARRAKIS machen vieles richtig aber letztlich vermisse ich das Spezielle, eine geheime Zutat, etwas was Gänsehaut bereitet. Ich habe mir „Electricon“ inzwischen mehrmals angehört, und allmählich drängt sich mir der Eindruck auf, als würden ARRAKIS mit angezogener Handbremse fahren. Die Kompositionen und Arrangements wirken irgendwie gedämpft, als wäre das Trio in einem zu engen Korsett eingezwängt.

Ich bin mir sicher, live auf der Bühne sind ARRAKIS eine Macht. Die Musik mit ihren vielen Improvisationsgelegenheiten kommt live unendlich geil, garantiert, da können sie ihrer Freude an Jam-Sessions ungezügelten freien Lauf lassen. ARRAKIS scheinen wohl eine jener Bands zu sein, die man gemeinhin als Liveband bezeichnen würde.
Mir ist es schon ein paar Mal passiert, dass ich auf einem Konzert oder Festival war und eine mir unbekannte Band sah, die mich total begeisterte, die mich regelrecht umhaute. Noch vor Ort kaufte ich von der Band ein Album oder bestellte es sofort, wenn ich wieder daheim war. Doch dann war ich richtig enttäuscht, nichts war von der zuvor geatmeteten Atmosphäre zu spüren. Es waren zwar die gleichen Lieder wie beim Auftritt, aber es war einfach nicht dasselbe. Wer kennt das nicht?

ArrakisMit „Electricon“ ergeht es mir ähnlich. Ich habe ARRAKIS zwar niemals live zu Gesicht bekommen, aber ich bin mir sicher, würde ich sie auf einem kleinen, feinen Konzert hören und sehen, ich würde sie lieben. Doch hier zuhause auf meinem Sessel ist es was anderes. Trotzdem: Freunde von Stoner, Psychedelic und Instrumental Rock sollten dem Trio eine verdiente Chance geben.

Arrakis – Electricon
2016 | Instrumental Rock
Digital | Eigenproduktion

1. Plexus
2. Electricon
3. Loot
4. Order & Disorder
5. Seed

http://www.arrakis-band.com/ | https://www.facebook.com/ArrakisBand | https://soundcloud.com/arrakis-2012/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.