Atavismo – Inerte

Atavismo - InerteSommer, Sonne und Strand. Daran muss ich denken, wenn ich „Inerte“ von ATAVISMO höre. Es ist das zweite Album des spanischen Trios, welches sich im Dezember 2013 gründete. Vom Label wird „Inerte“ als eines der besten Alben des Jahres proklamiert, was ganz sicher eine Frage des Geschmacks ist.

Wie so oft empfinde ich derlei Rock als zu fröhlich und nett. Sogleich mit dem ersten Lied „Pan y Dolor“ beginnen ATAVISMO sehr melodisch, gar schon poppig. Das Poppige resultiert vor allem aus den weichen, lieblichen und harmonischen Gesängen. Diese passen natürlich gut zum Psychedelic Rock, treffen aber nun mal gar nicht meinen Geschmack.

Wie eingangs erwähnt, wecken ATAVISMO in mir positive Assoziationen, die sicherlich auch in der spanischen Herkunft begründet liegen. Denn das melodische Gerüst hat hin und wieder einen dezenten mediterranen Schimmer, was ich sogar recht interessant finde, zumal er sehr dezent gehalten ist.
Rein musikalisch finde ich „Inerte“ also gar nicht schlecht. Das vornehmlich instrumentale „El Sueño“ gefällt mir sogar richtig gut. Es ist eine rockige Nummer, die abwechslungsreiche Gitarren, also unterschiedliche Melodien und Soli, als auch ein bisweilen schepperndes Schlagzeug miteinander vereint. So macht mir Psychedelic oder Prog Rock Spaß. Warum kann man den Gesang nicht einfach weglassen, denke ich mir da?

Dass ich so empfindlich beim Stimmlichen bin, geht zu Lasten von ATAVISMO, die dafür gar nichts können. Dabei griff das Trio auf die eine und andere Melodie zurück, die eigenständig ist und überhaupt nicht abgegriffen wirkt. Insofern gelingt es ATAVISMO, sich vom Konglomerat des Positiven ein bisschen abzugrenzen und Profil zu zeigen.

AtavismoTrotzdem. „Inerte“ ist und bleibt mir persönlich zu harmlos. Wer sich für Gute-Laune-Rock interessiert, der sich irgendwo in einer Nische zwischen Psychedelic, Stoner, Space und Prog positioniert, sollte ATAVISMO aber probieren. „Inerte“ kann dann genau das Richtige für die ersten warmen Tage des Jahres sein. Und wer weiß? Wenn man drauf steht, könnte „Inerte“ durchaus zu den besten Platten des Jahres gehören.

Atavismo – Inerte
07.04.2017 | Psychedelic Rock
Vinyl, CD, Digital | Temple Of Torturous

1. Pan y Dolor
2. El Sueño
3. La Maldición del Zisco
4. Belleza Guatrao
5. Volarás

Sandra – Schlagzeug, Gesang
Mateo – Bass, Gesang
Poti – Gitarre, Gesang

https://www.facebook.com/atavismo.prog/
http://www.templeoftorturous.com/ | https://www.facebook.com/ToTRecords/ | https://templeoftorturous.bandcamp.com/

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