Azure Mortal – Duivels

Azure Mortal - DuivelsAZURE MORTAL ist ein experimentelles Klangprojekt des belgischen Künstlers Dirk Swartenbroekx, der vor allem unter seinem Künstlernamen BUSCEMI nicht nur in Belgien einen hohen Bekanntheitsgrad hat. Mit „Duivels“ ist jetzt das Debütalbum erschienen, nachdem er 2014 zwei EPs veröffentlichte. Für die Aufnahmen und Konzertauftritte von „Duivels“ konnte Swartenbroekx einige interessante Musiker um sich scharen. An der Gitarre ist Rodrigo Fuentealba Palavacino zu hören, während das Saxophon und Schlagzeug von den Nordmännern Mattias De Craene und Elias Devoldere bedient werden. Für die Erzählerstimme zeichnet sich der niederländische Musiker und Schauspieler Ernst Löw verantwortlich.

„Duivels“ ist ein verdammt interessantes, vielseitiges und sonderbares Album. AZURE MORTAL experimentieren mit Klanglandschaften herum, die sich aus Ambient, Drone und Jazz zusammensetzen. In der Summe ist „Duivels“ ruhige Instrumentalmusik, die Geschichten erzählt und Bilder erzeugt. Trotz der häufigen Intimität, die an Kammermusik erinnert, nehmen AZURE MORTAL den Hörer auf eine imaginäre Reise mit, die bildlich und plastisch wird und immer wieder durch extrovertierte Einsprengsel kontrastiert wird.

Dass Swartenbroekx aus der elektronischen Musik kommt, spürt und hört man. Die elektronische Komponente, in der Form von düsterem Ambient und experimenteller Elektroklänge ist federführend, wird aber durch Elemente von gleichförmigen Drone (der mich ab und zu an ECHOES OF YUL erinnert) sowie dezenten Jazz-Elementen angereichert. „Duivels“ hat einerseits Filmmusik-Charakter, andererseits eignen sich die Töne und Klänge aber auch für Kunstaustellungen, Installationen und dergleichen. Hin und wieder ist auch ein Part am Piano zu hören, was ich sehr schön finde, und was mich in Ausdruck und Verbindlichkeit an WE STOOD LIKE KINGS erinnert.

In einigen Stücken ist Ernst Löw erzählend zu hören, er hat eine unglaublich wohlklingende, tiefe und männliche Stimme, die mich sofort in den Bann zieht. Da ist es sehr schade, dass die sprachliche Barriere verhindert genau zu verstehen, was er da für Geschichten vorträgt. In dem Titel „Raven“ erinnert mich die Inszenierung aus gesprochenem Text und leisem Saxophon an „Peter und der Wolf“ von Sergei Prokofjew, großartig, da werden Kindheitserinnerungen wach.

Mir gefällt „Duivels“ sehr gut, da der hohe experimentelle und offene Charakter überaus reizvoll ist. Trotz der Vielschichtigkeit an Einflüssen und Elementen, ist es letztlich ein rundes und stimmiges Album. Es hat von allem etwas und dennoch ist es nicht einmal ansatzweise überladen, kompliziert oder abstrakt. Trotz einer düsteren Latenz ist „Duivels“ auch ein Hort von Kreativität und Kraft, derer man sich bei Bedarf bedienen kann. „Duivels“ ist in jedem Fall interessant und tiefgreifend und Freunden experimenteller Klängen zu empfehlen.

Azure Mortal – Duivels
2016 | Ambient / Experimentell / Elektro
CD | Consouling Sounds

1. Waai
2. Deadwalk
3. Nacht
4. Gene Krupa Goes bananas
5. Deadweight
6. 3 Piano Piece
7. Raven
8. Pro Create
9. Pompeii
10. Bagatelle
11. l’Horizon
12. Duivels
13. Afro Spirits (live)
14. Gene Krupa Gopes bananas (live)
15. l’Horizon (live)
16. Duivels (live)

http://azuremortal.be/ | https://www.facebook.com/Azure-mortal-273085869380948/
http://consouling.be/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.