Bone Zeno – Black Milk

Bone Zeno - Black MilkCool, lässig und zugleich auch rau und verrucht. So hört und fühlt sich für mich das Debütalbum von BONE ZENO an. BONE ZENO ist der gebürtige Schleswiger Dag Zeno, der sich irgendwann aufmachte um Station in Frankfurt, Hamburg, London sowie Essaouira, Marokko zu machen. Zeno ist durch und durch (Lebens)Künstler, der seit der Kindheit mit verschiedenen Instrumenten für sich selbst musizierte. Irgendwann lernte er wie man Blues auf Gitarre spielt und fing dann an sich in Kneipen zu verdingen, um das nächste Bier zu verdienen. Es folgte eine Zeit als Zeichner für Filmproduktionen wie Werner oder Das kleine Arschloch, ehe er nach London ging und dort Häuser besetzte, malte und webdesignte. Das nahm ein jähes Ende und so zog es ihn nach Essaouira, wo er nur noch für die Musik lebte.

So wild und vielfältig das Leben Zenos ist, so wild und vielfältig ist auch „Black Milk“. Es ist ein oftmals lautes und hässliches Werk, mit Ecken und Kanten. Der Blues steht über allem, doch ist es viel mehr als nur Blues. Er selbst würde seine Musik am ehesten Avantgarde Blues bezeichnen, wobei er Schubladen und Zuordnungen nicht leiden kann. In der Musik lassen sich auch viel Punk und Rock verschiedener Dekaden und Prägungen heraushören. Zeno zählt Nick Cave, Jimi Hendrix und EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN zu seinen Haupteinflüssen. Ich fühle mich hier und da aber auch mal ganz dezent an Jim Morrison und THE DOORS erinnert.

Bone ZenoLetztlich ist es aber auch ganz gleich, wen und was man glaubt in der Musik herauszuhören. „Black Milk“ macht einfach viel Spaß. Zenos rauer und teils rebellischer Gesang ist fordernd und geht unter die Haut, die Gitarren können harmonisch, bluesig aber auch hässlich und gemein sein, und auch das Schlagzeug scheppert bisweilen so dreckig und lärmend, wie einst „I Wanna Be Your Dog“. „Black Milk“ ist in gewisser Weise alles und nichts zugleich. Es ist irgendwie anarchisch und deshalb auch Punk, getreu dem satanischen Crowley-Motto: „Tu was Du willst, soll sein das ganze Gesetz!“. So verhält es sich auch mit BONE ZENO.

„Black Milk“ ist einfach eine verdammt coole Scheibe von einem verdammt coolen und interessanten Typen, der es vielleicht sogar Einestages schafft, gemeinsam mit Beeblebrox im Milliways zu spielen. Ich wünsche es ihm und zuzutrauen ist es ihm allemal!

Bone Zeno – Black Milk
02.06.2017 | Blues, Punk
Vinyl, CD, Digital | Impression Recordings

1. 2 The Bone
2. U Fuck Me
3. Äshn Skin
4. Ride On
5. Get Me Down
6. Drink
7. Black Bones
8. Drt Rd
9. NICKedGOD
10. Caroline
11. Bleed

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