Caudal – Let’s All Take The Yellow Pills

Caudal - Let's All Take The Yellow PillsAls vor zwei Jahren „Ascension“ erschien, konnten mich CAUDAL regelrecht umhauen. Die Scheibe begleitete mich eine sehr lange Zeit, wurde unterwegs als auch zuhause eingesogen und inhaliert. CAUDAL verewigten auf „Ascension“ eine ganz besondere Klangatmosphäre und Spannung, resultierend aus einem grandios arrangierten Spiel mit lauten, leisen sowie monotonen Tönen. Als „Murk“ ein Jahr später erschien, konnten CAUDAL bei mir diesen mächtigen Erfolg nicht wiederholen. „Murk“ ist gewiss kein schlechtes Werk, es war einfach nur nicht so wirkungsmächtig wie „Ascension“.

Am 13. September wird die neue EP „Let’s All Take The Yellow Pillows“ erscheinen. Genauer gesagt, sie wird auf dem Record-Release-Konzert im Berliner Club ACUD veröffentlicht und verkauft werden. Von der CD wird es nur 100 Stück geben und ich kann mir gut vorstellen, dass sie nur auf der anstehenden Tour verkauft werden (Alle Termine weiter unten).

CAUDAL stimmen mich mit „Let’s All Take The Yellow Pills“ jedenfalls wieder versöhnlich, sofern es überhaupt nötig gewesen ist sich mit mir zu versöhnen. Das Trio zelebriert den selbsternannten Trancepunk, wie ich ihn lieben lernte. Sweeneys Bassgitarrenspiel infiziert mich, ganz ähnlich wie er es auf „Ascension“ schon tat und auch die ätherischen Gitarrenschichten des Bakers kitzeln meine Gehörknöchelchen mit Wonne.

Die neue EP ist spannungsgeladener und kontrastreicher als zuletzt „Murk“, sie erinnert mich immer wieder an „Ascension“. Es kann zart und behutsam sein, es kann aber auch laut und intensiv sein. Die Melodien umschmeicheln mit ihrer Luftigkeit, sie erzeugen durch ihre bohrende Gleichförmigkeit aber auch enorm kontrastreiche Spannungen. Das über siebzehn Minuten lange Lied „Dissolute“ ist ein Paradebeispiel für die Genialität des Trios. Das Stück beginnt gemächlich und gleichförmig. CAUDAL breiten zunächst eine monotone Ruhe aus, minimalistisch zwar, aber keinesfalls langweilig, da die Melodik und Dramatik viel zu gut und fesselnd sind. Eine behutsam akzentuierte Variation sorgt für eine gelassene und bedächtige Abwechslung, die irgendwann in einer lauten und psychedelischen Passage mündet, welche nicht nur psychedelische Anteile hat, die darüber hinaus sehr rockig und nahezu metallisch ist, und für eine ruppig anmutende Furore sorgt, die aus peitschenden Becken und einer knarzenden Basslinie resultiert.

Was soll ich noch großartiges schreiben? Geht zu den Konzerten, kauft die CDs und genießt eine wunderschön inszenierte Melange aus Spacerock, Krautrock und Dronerock.

Caudal – Let’s All Take The Yellow Pills
13.09.2016 | Instrumental Space Trance Drone
CD | Calostro Recordings

1. Piqued
2. Dissolute
3. Ion

Aidan Baker: Gitarren
Felipe Salazar: Schlagzeug
Gareth Sweeney: Bass

https://www.facebook.com/CaudalTrio/ | https://caudal.bandcamp.com/
https://calostrorecordings.bandcamp.com/

13-09-16: ACUD, Berlin, DE
14-09-16: Divadlo 29, Pradubice, CZ
15-09-16: Stanica, Žilina, SK
16-09-16: Dürer Kert, Budapest, HU
17-09-16: Kabinet Muz, Brno, CZ
18-09-16: Fuga, Bratislava, SK
19-09-16: Potrva, Praha, CZ

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