Chaman Chômeur – 18759

Chaman Chômeur - 18759Das französische Trio CHAMAN CHÔMEUR (frz. „arbeitsloser Schamane“) spielt moderne Instrumentalmusik, die sich grob dem Noise Rock zuordnen lässt und Elemente von Math Rock und Jazz beinhaltet. Die Musik des Trios wird als „halluzinatorischer Totem Rock“ angepriesen. Wie so oft ist es nicht damit getan einfach eine neue Schublade aufzumachen.

Ganz unabhängig davon, wie man „18759“ nun musikalisch kategorisieren möchte, gibt es über CHAMAN CHÔMEUR wenige Informationen. Es scheint sich bei „18759“ um die erste Veröffentlichung zu handeln. Gitarrist Léo Rathier und Bassist Thomas Coquelet sind gemeinsam noch bei MEURS! + APOLUNE zu hören, während Marc-Antoine Moercant am Schlagzeug unbekannt ist.

Die Musik ist vielseitig und speziell. Die drei Lieder unterscheiden sich in Aufbau und Atmosphäre. Das erste Lied „Hachis d’âne Halal“ kombiniert starre Einfachheit, Statik und Monotonie mit Komplexität. Gerade der Anfang des Liedes ist durch das starke Spannungsverhältnis von mathematischer und schwer zu folgender Kompliziertheit mit konsequenter Monotonie geprägt. Im Vergleich zu echten Math-Rock-Bands sind CHAMAN CHÔMEUR hier aber überaus zahm und leicht zugänglich. Im zweiten Lied, welches dreimal so lang ist, lassen es CHAMAN CHÔMEUR um ein Vielfaches ruhiger angehen. Es ist ein langes und gemächliches Stück, welches überaus schleppend beginnt und Minuten lang die gleiche Phrase wiederholt. Das wirkt minimalistisch und doomig. Auf diesen nicht unharmonischen Anfang folgen Minuten des Lärms und der Improvisation. Das hört sich noch gut an, da das Trio durchaus auf klassische Strukturen und Harmonien setzt.

Chaman Chômeur (Band)Im abschließenden „Chômagique“ ist nahezu durchgängig eintöniger Gitarrenkrach zu hören, der eher an eine Rückkopplung denn an Musik erinnert. Dieser improvisierte Lärm nimmt an Lautstärke und Intensität immer mehr zu und ist nicht leicht zu ertragen. Wenn man nun berücksichtigt, dass sich CHAMAN CHÔMEUR auf Schamanismus, Mystizismus und das halluzinogene Getränk Ayahuasca beziehen, erscheinen einem diese Arrangements vielleicht zugänglicher. Es ist vorstellbar durch solche unharmonischen Klangschwaden transzendentale und bewusstseinsveränderte Zustände zu erreichen. Die Frage die sich hier stellt, ist: Was bin ich bereit zu interpretieren? Wer offen für Riten und Mystik ist, wird in der Musiken wie „Chômagique“ womöglich etwas Spirituelles finden. Andere werden sich am dröhnenden und bleiernen Lärm aufreiben oder erfreuen. Es liegt ganz an einem selbst.

„18759“ ist keine leicht zu deutende Veröffentlichung. Sie besitzt sehr interessante Ansätze und gerade die ersten beiden Lieder gefallen mir gut. Mit „Chômagique“ hadere ich jedoch. Es wird wohl das Beste sein, ihr hört einfach mal selbst rein.

Chaman Chômeur – 18759
2016 | Noise Rock
Digital / CD | Atypeek Music / BeCoq Records

1. Hachis d’âne Halal
2. Nostalgie du RMI
3. Chômagique

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