Chromb! – 1000

Chromb! - 1000Wenn ihr auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk für jemanden seid den ihr ärgern möchtet, dann könnte das Debütalbum von CHROMB! genau das Richtige sein. Das Quartett aus Lyon spielt nämlich schrägen Jazzrock mit hohem Nervpotenzial.

„1000“ ist ein überaus vielgestaltiges und unorthodoxes Album, welches mit dem sehr fordernden Opener „Des Francis en quinconce“ beginnt. Das Lied wirkt selbst auf mich verstörend, so flatterig und nervös krachen die kruden Arrangements auf mich ein. Das Zusammenspiel von Synthesizer, Bass und Altsaxophon ist über weite Strecken abstrakt und chaotisch. Komplettiert wird diese intensive und forsche Klangeskapade durch skurrile Stimmen, die kurzweilig dazwischen funken. Manch ein Part erinnert mich sogar an Bitpop.

CHROMB! setzen die Synthesizer immer wieder stark akzentuiert ein, was ich persönlich irgendwie irritierend finde. Deren Klänge erinnern mich oftmals an die einfache Computermusik von früher. Dies im Einklang mit Jazz und Rock zu hören war für mich eine völlig neue Erfahrung.

Wie eingangs bereits erwähnt, handelt es sich bei „1000“ um sehr schräge und eigenwillige, ja geradezu um extravagante Musik, die sich ausschließlich an Musikinteressierte und Liebhaber richtet. Wer nicht musikaffin ist, wird mit diesem wilden und hektischen Werk überhaupt keine Freude haben. Nein, der wird nicht im Ansatz verstehen können, wie sich jemand so etwas je freiwillig geben könnte.

CHROMB! agieren zwar weitgehend experimentell und ausgefallen, doch gibt es auch direkte und geradlinige Kompositionen, wie das tolle „Bonjoure“. Hier gelingt es den vier Musikern grandios, mich auf ihre Seite zu zerren. Das Stück ist zwar ebenfalls zappelig und nervös, jedoch auf eine besondere Art und Weise. In dem Lied treffen unerwartete, vom Altsaxophon herrlich arrangierte Melodien, auf sehr schnelle und forsche Schlagzeugparts, was nicht nur hochgradig rhythmisch ist, sondern auch etwas Dunkles und Monotones (wenn auch nur sehr kurzweilig) in sich birgt.

Chromb!„1000“ ist sonderbar und gestört. CHROMB! vermischen hier unterschiedlichste Einflüsse und Genres zu etwas sehr eigenem. Das Album ist nicht schlecht, spricht mich aber, abgesehen von „Bonjoure“, nicht so sehr wie IN LOVE WITH an, die vergleichbar avantgardistisch und abgefahren waren.

Chromb! – 1000
2016 | Jazz Rock, Avantgarde
Digital / CD / Vinyl | Atypeek Music / Dur et Doux

1. Des Francis en quinconce
2. Bobby
3. Favrice
4. Le tombeau est vide
5. Bonjoure
6. La nuit des madames
7. Die Krabben leben noch
8. Il en fallait

Léo Dumont : ­ Schlagzeug, Perkussions, Stimme
Camille Durieux :­ Tasten, Piano, Synthesizer, Stimme
Lucas Hercberg ­ : Bass, Synthesizer, Stimme
Antoine Mermet ­ : Altsaxophon, Stimme, Synthesizer

https://www.facebook.com/CHROMB-173886969293167/
http://www.atypeekmusic.com/Atypeek_Music.html https://www.facebook.com/AtypeekMusic/
http://duretdoux.com/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.