City Of Ships – Ultraluminal

City Of Ships - UltraluminalObwohl die CITY OF SHIPS seit 2006 existieren und es zwei Alben, mehrere EPs und eine Split gibt, bekomme ich erst durch das neue Album „Ultraluminal“ die Existenz mit. Das liegt wohl einfach am Stil, den das Trio spielt. CITY OF SHIPS spielen nämlich überaus gitarrenbetonten und melodischen Rock. Und dies ist nicht gerade mein Steckenpferd.

„Ultraluminal“ ist trotz aller Melodik, trotz der unzähligen Riffs und Gitarrenläufe oftmals auch ein leicht melancholisches Werk. Dies ist der Stimme von Gitarrist und Sänger Eric Jernigan geschuldet. Stimmlich wirkt sein Gesang des Öfteren klagend oder wehmütig auf mich, dabei lässt er sich aber auch häufig zu einem inbrünstigen Schreien verleiten. „Ultraluminal“ ist aber nicht nur gesanglich ein atmosphärisch abwechslungsreiches Werk. Auch instrumental wechseln sich sanfte, behutsame und verträumte Melodien mit harten und lauten Ausbrüchen ab. In gewisser Weise trifft eine verträumte und melancholische Verspieltheit auf dreckigen, hässlichen Rock mit leichtem Einschlag des Grunge.

Da verwundert es auch nicht, dass CITY OF SHIPS ohnehin an die 90iger erinnern. Es gibt vereinzelt Stellen, vor allem aber in „Alarm“, wo ich an Chad Taylor von LIVE denken muss. Die Kombination aus gefühlvollem, melodischem Gitarrenspiel und sehr emotionalem Gesang ist vergleichbar.

„Ultraluminal“ ist in jedem Fall ein sehr gefühlsbetontes Werk, das verdammt gut arrangiert und eingespielt wurde. Alle drei Musiker beherrschen ihr Instrument, soviel steht fest. Selbst die Bassgitarre kommt wunderbar zur Geltung, was für mich eigentlich ein Garant für ein tolles Hörerlebnis ist. Dennoch gelingt es dem Trio nicht, mich zu überzeugen. Sie treffen einfach nicht meinen Geschmack, mir sind die Lieder insgesamt zu harmlos, zu lieb und nett. Was vor allem am Gesang liegt. Ich mag diese Art des Gesanges einfach nicht, mochte ich noch nie und Eric Jernigan wird mich auch nicht bekehren können. Diesen Gesamteindruck können auch die härteren und dreckigeren Passagen nicht aufbessern, obgleich die instrumentale Darbietung astrein ist.

Wer sich nicht wie ich an klagendem und dezent melancholischem Gesang stört, für den könnte „Ultraluminal“ jedoch genau das Richtige sein. Rein von der instrumentalen Betrachtung her, ist es ein feines Album. Wer sich selbst ein Urteil bilden möchte, der hört sich einfach mal „Alarm“ bei Soundcloud an und freut sich womöglich auf den 20. März, denn dann wird das Album auf Vinyl und CD erscheinen.

City of Ships – Ultraluminal
2015 | Golden Antenna Records
CD / Digital | Post-Rock / Grunge

1. The Light You Stole
2. Alarm
3. Metadata Blues
4. Preeminence
5. Private Party
6. Illawarra Escarpment
7. Lost It
8. Hardwired
9. The Old Man
10. Mile High

https://www.facebook.com/cityofships
https://cityofships.bandcamp.com/
http://www.goldenantenna.com/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.