Consecration – Grob

Consecration - GrobDie Belgrader Band CONSECRATION besteht bereits seit 2000 und in Kürze wird mit „Grob“ das fünfte Album, welches den Abschluss einer Trilogie, begonnen mit „Cimet“ und „Univerzum Zna“, darstellt, digital und auf Vinyl erscheinen. Die Jungs waren mir bisher überhaupt kein Begriff, weshalb ich gespannt und ahnungslos an die Sache heran ging.

CONSECRATION sind einer jener Vertreter, die sich nur schwer in eine Schublade stecken lassen. Die fünf langen Lieder erweisen sich als extrem vielfältig und beeinflusst durch verschiedenste Gattungen der Gitarrenmusik. CONSECRATION vermischen Stoner mit Sludge und Doom aber auch zahlreiche psychedelische Elemente hielten Einzug. Es gibt auch experimentelle Klänge und zahlreiche Instrumentalpassagen.

Mit dem Opener „Debeli Leptir“ beginnen CONSECRATION bereits facettenreich und stilübergreifend. Die ersten, als Intro fungierenden Minuten, sind eine sphärische Mischung aus Ambient und Post Rock. Hernach entpuppt sich eine atmosphärische Mischung aus sphärischem respektive psychedelischem Doom und Stoner. Gerade der Gesang erinnert stark an traditionellen Doom. Doch die behutsame Instrumentalpassage im Mittelteil von „Debeli Leptir“ spricht dann eine ganz andere Sprache, zeichnet stilistisch und atmosphärisch ein völlig anderes Bild.

Elemente des psychedelischen Dooms lassen sich in „Sheed“ finden. Schwere Riffs und ein entrückter Gesang prägen dieses Bild. Das eine und andere Soli hingegen geht eher in Richtung Stoner. Allerdings ist das alles fließend und nebulös. Viel wichtiger als die stilistische Zuordnung des Gehörten ist doch die Atmosphäre und Wirkungsweise. Dies führt mich zu „Sećanje na Ameliju“. Mit etwas mehr als fünf Minuten ist es das mit Abstand kürzeste Lied von „Grob“. Es ist eine ruhige Instrumentalnummer mit jazzigen Anleihen, für die der Gastmusiker und Trompeter Petar Milanović zuständig ist. Geschrieben wurde „Sećanje na Ameliju“ von dem spanischen Gitarristen und Komponisten Miguel Llobet – ein weiterer Beleg für die musikalische Freiheit von „Grob“.

Die Trompete ist übrigens nicht das einzige Instrument mit dem CONSECRATION ihren experimentellen und genresprengenden Charakter unterstreichen. Die Verwendung von Saxophon und Akkordeon gehören ebenfalls dazu. CONSECRATION setzen all diese Instrumente jedoch geschickt und dezent ein. Sie stehen nicht bestimmend im Mittelpunkt sondern fungieren als atmosphärischer und dramaturgischer Hinweis.

„Grob“ ist ein sehr interessantes und vielseitiges Album für das man viel Zeit mitbringen sollte. Atmosphärisch und instrumental gibt es extrem viel Abwechslung. Leise und gefühlvolle Arrangements gehören ebenso zum Repertoire wie sphärische, mystische und verträumte Parts oder auch den einen und anderen harten Einschub lassen CONSECRATION nicht vermissen. Darüber hinaus gibt es auch noch interessante Details, etwa dass man sich an einer Stelle auf das Necronomicon von H.P. Lovecraft bezieht oder woanders ein Sample aus dem Film „The Limits Of Control“ zu hören.

Consecration – Grob
2015 | Experimentell / Stoner / Psychedelic Rock / Doom
Vinyl / Digital | Geenger Records

1. Debeli Leptir
2. Sheed
3. Sećanje na Ameliju
4. Grob
5. Ejmi (1983-2011-201?)

https://www.facebook.com/Consecrationband
http://consecration.band/
http://geengerrecords.com/

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