Derby Derby – Love Dance

Derby Derby - Love DanceDas französische Trio DERBY DERBY veröffentlichte jüngst mit „Love Dance“ sein Debütalbum. Die Drei spielen auch gemeinsam in der Jazzformation OBLIK, welche ebenfalls bei Ormo Records, dem Label des Bassisten Sylvain Didou, angesiedelt ist. Anders als bei OBLIK steht bei DERBY DERBY nicht der Jazz im Mittelpunkt. Das Trio zergeht in einer experimentellen Verschmelzung von Drone, Krautrock, Jazz, Noise und Ambient.

Das Album besteht aus einem Lied, welches in die beiden Teile „Love“ und „Dance“ gegliedert ist. Die klangliche Reise dauert rund 31 Minuten und beginnt mit „Love“, einem Stück das vor allem durch Langsamkeit, Minimalismus und Gleichförmigkeit auffällt. Die ersten Minuten stellen eine Art von Einleitung dar, die behutsam, sphärisch und fast schon ätherisch gestaltet wurde.
Dezente Ambientklänge gehen mit der elektronischen Trompete einher, was ein eher düsteres Stimmungsbild erzeugt und nicht so wirklich zur Liebe passt. Mit dem Dazukommen von Schlagzeug und Bass verändert sich der Grundtenor des Liedes nur unwesentlich. Trompete und Bass verharren in einer spirituellen Monotonie, die durch zurückhaltende und sporadische Variationen für geringe aber ausreichende Abwechslung sorgt.

„Love“ ist ein interessantes Lied, da es trotz seines Minimalismus eine recht dichte und präsente Atmosphäre aufbaut, die dann in „Dance“ gipfelt. „Dance“ ist etwas lebendiger, lauter und rhythmischer. Die Bassgitarre löst die elektronische Trompete ab, trabt treibend und sonor voran und stellt das harmonische Gerüst dar. In dieser harmonischen Phase erinnern mich DERBY DERBY ein wenig an CAUDAL, doch das Moment des Wohlklangs bleibt nicht allzu lange erhalten und ein langes, lärmendes und improvisiertes Soli sowie das erstarkende Schlagzeug sorgen für eine energische und intensive Klangkulisse.

„Love Dance“ ist ein Album auf dem Kategorien und Genregrenzen aufgelöst werden und sich zu einer homogenen Klangsphäre verdichten. Die Arrangements sind hochgradig monoton, dabei aber keineswegs langweilig. Die zahlreichen kleinen Variationen und die schleichenden Veränderungen sowie das gelungene Bassspiel setzen viele Reize und Impulse, die dazu animieren, sich länger und nachhaltig mit dem improvisierten Treiben des Trios zu beschäftigen.

Derby Derby – Love Dance
2017 | Drone, Jazz
Vinyl, CD, Digital | Ormo Records

1. Love
2. Dance

Alan Regardin – Elektronische Trompete
Sylvain Didou – Bass
Fabrice L’Houtellier- Schlagzeug

http://derbyderbyband.blogspot.de/
http://ormomusic.wixsite.com/ormo | https://www.facebook.com/Ormo-Records-678425495514558/

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