Eliogabal – Mo

Eliogabal - MoWas geschieht, wenn man zwei Saxophone, einen Bass, eine Gitarre und einen Schlagzeuger in einen Topf wirft, diesen gut durchschüttelt, dran rüttelt und das Quartett dann bittet frei drauflos zu spielen? So etwas wie „Mo“ geschieht dann. Die französische Formation ELIOGABAL spielt eine nicht ganz leicht zugängliche und experimentelle Variante von Free Jazz, Rock und Noise. Gleich mit dem ersten Stück beginnen ELIOGABAL ziemlich überraschend, da der Einstieg sehr hart und rockig, fast schon metallisch ist. Dieser Eindruck verflüchtigt sich zwar spätestens nach einigen Sekunden mit dem Einsetzen der Saxophone, doch ELIOGABAL machen hiermit schon deutlich, unkonventionelle Musik zu machen.

„Mo“ ist ein Album für das man sich als Hörer viel Zeit nehmen muss. Es bedurfte bei mir einige Durchläufe ehe sich das Quartett mit „Mo“ durch meine Gehörgänge winden, im Gehirn ankommen und dann einen Schalter umstellen konnte, der für Wohlwollen und Zugänglichkeit zuständig ist. „Mo“ ist ein unanständiges Sammelsurium verschiedenster Stile und Elemente. Die Lieder wirken stark fragmentiert, innerhalb eines einzelnen Liedes wechseln sich launiger Jazz, sphärischer Ambient und improvisierter Rock miteinander ab. Oft wirken diese einzelnen Passagen wie zufällig aneinandergereiht bzw. sie wecken den Anschein, als würden die fünf Musiker individuell ihren musikalischen Gelüsten nachgehen.

Die beiden Saxophone sind zwar ein zentrales Element von „Mo“, aber nicht das einzige. Dies merkt man sehr deutlich an der starken Betonung der Rockmusik. Denn ELIOGABAL agieren nicht nur während der jazzigen Parts wild und improvisierend – wobei es natürlich auch zahlreiche geschmeidige Wohlfühlpassagen gibt, die quasi entspannend wirken – sondern transportieren diesen freien Charakter auch in ihre rockigen, mitunter lärmenden und harten Arrangements.

ELIOGABAL haben mit „Mo“ ein sehr interessantes Album veröffentlicht, welches ohne bedrückendes Dogma kommt und stattdessen den Freigeist des Hörers herausfordert. „Mo“ wird sicherlich nicht jedermanns Sache sein, doch wer Abstraktion und Vielfalt schätzt, wer es laut und leise mag, der sollte sich „Mo“ unbedingt mal genauer anhören.

Eliogabal – Mo
2015 | Free Jazz, Experimentell
Digital / Vinyl / CD | Atypeek Music / BeCoq Records

1. Un Caillou Dans Ta Chaussure
2. La Boisson Pas L’Oiseau
3. Syndrome Marfan (Au Summum De La Tronçonneuse)
4. (Almost) On The Same Line
5. Drague Du Pigeon
6. Cynorrhodon

http://www.eliogabal.com/Eliogabal.html
https://www.facebook.com/pages/Eliogabal/374733809206688
http://www.atypeekmusic.com/Atypeek_Music.html

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