Expo Seventy – America Here & Now Sessions

Expo Seventy - America Here & Now SessionsUnter dem Banner EXPO ’70 macht der Musiker Justin Wright seit 2003 Musik und brachte es im Alleingang auf zahllose Tonträger. 2013 gründete er eine erweiterte Version mit mehreren Musikern, die unter dem Namen EXPO SEVENTY musiziert. Mit „America Here & Now Sessions“ ist kürzlich ein neues Album erschienen.

Die Vinylversion enthält zwei überlange und schlicht betitelte Stücke. Auf der A-Seite ist das wunderschöne „First Movement“ zu hören, in dem EXPO SEVENTY eine Vielzahl an Stimmungen und Genres aufgreifen.
   In der ersten Phase des Liedes überwiegen sphärische Gitarrenmelodien das Geschehen. Sie wabern luftig, sphärisch und wohlklingend durch den Raum und stellen eine Verbindung zwischen Psychedelic, Kraut und Drone her. Besonders gut empfinde ich diese Darbietung wenn ungefähr in der Mitte des Mammuts eine Intensivierung stattfindet und sich Gitarre, Bass und Schlagzeug gegenseitig hochschaukeln. Die Bassgitarre kommt dann punktuell toll zur Geltung, sie hat nicht nur einen harmonischen Effekt sondern verleiht dem improvisierten Treiben auch etwas Rhythmisches, während das Schlagzeug polternd und scheppernd zum Einsatz kommt.
   „First Movement“ ist wunderschöne Instrumentalmusik, wo laut und leise, behutsam und schroff, aufeinandertreffen und miteinander kombiniert werden. Es ist ein Lied um sich fallen zu lassen, um in der Musik zu versinken und seinen Gedanken freien Lauf zu lassen.

Nach dem Griff zum Plattenteller und dem Wechsel der Seite geht es anders weiter. In „Second Movement“ ist alles wesentlich monotoner und minimalistischer. Es ist eine lange, langsame und zähe Dronenummer, die ich auf die Dauer etwas behäbig und ermüdend finde, zumal ich die tolle A-Seite so bewegend und lebhaft empfand. Ich bin ja ein großer Freund von Widersprüchen und Gegensätzen, weshalb ich solche scharfen Kontrastierungen erst mal per se gut und richtig finde. Doch hier ist mir der Kontrast zu hoch.
   Vermutlich würde „Second Movement“ live hervorragend funktionieren, da man dort das Drumherum; die Atmosphäre und das Fühlen vielfach besser inszenieren könnte. EXPO SEVENTY erinnern mich mit ihrem minimalistischen Drone in „Second Movement“ stark an SUNN O))), die ich live auf der Bühne auch wesentlich besser finde als daheim von der Platte.

Expo Seventy - America Here & Now Sessions (Vinyl)„America Here & Now Sessions“ ist aber trotzallem eine sehr interessante Platte, zumal es mit „First Movement“ ein wahrlich schönes Lied gibt. Wer sich gegen Vinyl und für die CD entscheidet, bekommt übrigens mit „Third Movement“ ein exklusives Bonusstück dazu.

Expo Seventy – America Here & Now Sessions
2016 | Instrumental Rock
Vinyl / CD | Essence Music

1. First Movement
2. Second Movement
3. Third Movement

Justin Wright – Gitarre, Synthesizer
Aaron Osborne – Bass, Perkussion, Zymbal
Mike Vera – Perkussion
David Williams – Perkussion

http://www.exposeventy.com/ | https://exposeventy.bandcamp.com/ | https://www.facebook.com/Expo-70-194984725898/
http://essence-music.com/ | https://www.facebook.com/essence.music.label | https://essence-music.bandcamp.com/

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