Falling Stacks – No Wives

Falling Stacks - No WivesEs gibt einige musikalische Assoziationen mit Bristol, der Heimatstadt dieses Trios. Unter anderem den so genannten ‚Bristol Sound‘ mit bekannten Vertretern wie Massive Attack und Portishead. Doch damit haben FALLING STACKS absolut nichts zu tun. Die spielen nämlich lebendigen (Post) Punk mit ordentlichem Noise-Einschlag. Man kann sich in etwa eine Vermischung aus FUGAZI, RAGE AGAINST THE MACHINE und vielleicht SONIC YOUTH vorstellen – und am Ende kann man eine Idee davon haben, was FALLING STACKS so spielen.

„No Wives“, das Debütalbum von FALLING STACKS, ist eine Scheibe die von Anfang an Spaß macht. Im Vordergrund stehen die oftmals schnell gesprochene Stimme, die mich stellenweise sehr stark an Zack de la Rocha von RAGE AGAINST THE MACHINE erinnert, sowie die häufig gezupfte und überaus melodische Gitarre. Die gesprochene Stimme wirkt oftmals etwas lakonisch und gleichgültig, so wie wenn man gelangweilt etwas erklären oder vortragen muss. Gemeinsam mit der melodischen und lebhaften Gitarre ergibt dies sehr unterhaltsame aber auch eigensinnige Musik.

Musikalisch gehen FALLING STACKS einerseits aufgeräumt und zurückhaltend vor, da die Instrumentierung teilweise recht simpel gehalten wurde, indem die Gitarre gezupft und der Rhythmus geordnet vorangetrieben wird. Anderseits gibt es aber auch sehr viele harsche, fast schon chaotische Ausbrüche, die laut und lärmend sind und wo der Rhythmus dann wild und unbeständig wird und sich die gezupften Melodien zu kratzigen Riffs und kneifenden Basslinien verwandeln.

Die zehn Lieder von „No Wives“ sind sowohl zappelig, chaotisch und unruhig als auch offen, schlicht und direkt. Ich finde, man hat ein gesundes Mittelmaß gefunden, indem man die dynamische freche Hektik mit der genügsamen aber wirkungsvollen Instrumentierung geschickt kombinierte. „No Wives“ ist eine Platte, die sehr aufgeregte und vertrackte Arrangements mit robuster Geradlinigkeit verbindet. Obwohl die Melodik oftmals fragil und lebendig ist, gibt es aber auch tolle klare Melodien, man höre nur „Silverware“. Mir gefällt die Scheibe sehr gut, da das Trio einfach einen sehr sympathischen und auch ironischen Eindruck hinterlässt. Ich meine, sie selbst nennen ihren Stil ‚Frowncore‘, das kann man doch nur liebenswert finden, oder?

Das Album wird am 8. Juni erscheinen und wer jetzt von der Rezension angefixt ist, kann hier schon mal das Lied „No Stops“ vorab hören.

Falling Stacks – No Wives
2015 | Punk / Noise Rock
Vinyl / Digital | Battle Worldwide Recordings

1. Pool Party
2. Dust Motes
3. Sections And Sub-Sections
4. No Stops
5. Los Ticos
6. A Fly Would Slide
7. Seven Cuts
8. Silverware
9. Double Scull
10. New Dog

https://www.facebook.com/fallingstacks
https://soundcloud.com/fallingstacks
http://battleworldwiderecordings.com/

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