Fern – EP

Fern - EPAlles und nichts. Ungefähr so wirkt die Debüt-EP von FERN auf mich. Diffus, schlierenbildend und grenzenverwischend. Dabei ist die EP mit einer Spielzeit von etwas weniger als fünfzehn Minuten kurz, dennoch gelang es dem Trio einen sehr vielfältigen und nur schwer zu fassenden Erstling hinzulegen. FERN bewegen sich irgendwo zwischen Dream Pop und Electronic. Sie befinden sich damit in bester Gesellschaft und dürften Fans von NINE INCH NAILS oder IAMX ansprechen.

Sogleich mit dem ersten Titel „Minimum“ beginnt die Reise überaus interessant, da das Lied die mannigfaltigen Facetten FERNs eindringlich vorträgt. Einerseits fällt das Lied durch sehr gefühlvolle und behutsame Elemente auf, also den überaus sonoren Gesang und partielle leise Arrangements wie das Piano am Anfang. Andererseits gibt es fette und kraftvolle Beats sowie wummernde Bässe. Daraus ergibt sich ein hoher Kontrast und ein entsprechendes Spannungsfeld. Interessant finde ich dabei vor allem das Zusammenwirken des wahrlich gefühlvollen Gesangs, der vereinzelt schon leicht soulig ist, und den dem Gesang diametral gegenüberstehenden elektronischen Klängen.

Mit „Bruises“ geht es ruhiger weiter, weil hier auf die präsenten Beats verzichtet wurde. Stattdessen dominieren melodische und harmonische Arrangements gemeinsam mit dem Gesang das Klangbild. Dann kommt das kurze Instrumental „Abysmal“, ehe das sehr ruhige und verträumte „Canyons“ die abwechslungsreiche Reise fortführt. Am Ende ist mit „Farewell“ erneut ein ruhiges und langsames Stück zu hören, das vor allem durch den diesmal ungewohnt hohen Gesang (Kopfstimme?) und eine cineastische Ästhetik auffällt.

Fern (Björn Lexius)
Foto: Björn Lexius

Diese Debüt-EP ist ein interessantes und überaus vielfältiges Werk. Kein Lied gleicht dem anderen, jedes ist anders. Mir hat das laute und dynamische „Minimum“ allerdings am besten gefallen. Ich hoffe, davon wird es in Zukunft noch mehr zu hören geben. Aber auch der Rest kann sich hören lassen, woran der wunderbar anzuhörende Gesang maßgeblich beiträgt.

2017 | Dream Pop, Electronic
Vinyl, CD, Digital | Fern Musik

1. Minimum
2. Bruises
3. Abysmal
4. Canyons
5. Farewell

http://www.fernmusik.de/ https://www.facebook.com/FERNmusik/

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