Fvnerals – Wounds

Fvnerals - WoundsNur zwei Jahre nach dem vielbeachteten Debütalbum „The Light“ kehren die Glasgower Dunkelmusikanten FVNERALS mit dem Nachfolger zurück. Dieser wurde „Wounds“ getauft und macht seinem Namen alle Ehre.

Erneut steigt das Trio (Schlagzeuger Antoine Mansion wurde von Chris Cooper ersetzet) tief hinab in innere Katakomben und feiert ruhige sowie beklemmende Musik, die sich irgendwo zwischen depressivem Doom, Drone und Ambient bewegt. „Wounds“ ist nicht so sehr ein schwerer Brocken, weil es durch bleierne Riffwände alles zermalmen würde, vielmehr ist es so schwer und unverdaulich, weil seine Beklemmung und Dunkelheit auf würdevoller Ruhe und Gelassenheit basieren.

Es ist eine andächtige Ernsthaftigkeit, die mitunter in Richtung sakraler und sepulkraler Ästhetik geht. Obschon die musikalische Darbietung ruhig ist und FVNERALS auf einen gewissen Minimalismus setzen, gibt es feingliedrige Facetten. Sowohl die stimmliche und emotionale Vielfalt der Sängerin und Bassistin Tiffany Ström als auch die subtile Harmonik tragen zu der dichten Atmosphäre bei.

In den Liedern „Void“ und „Teeth“ erinnern die rauen und verzerrten Gitarren ein wenig an die depressiven Doom-Black-Metaller von DEFUNTOS. Dieser Vergleich ist gewagt aber sinnbildlich für die Vermischung unterschiedlicher Stile und Ideen. In den anderen Liedern ist das Gitarrenspiel weit davon entfernt und eher im Rock und Doom beheimatet, dafür erinnern mich die ruhigen und introvertierten Gesänge immer wieder an Mandy Andresen von MURKRAT, was sicherlich auch der betrübten Grundstimmung geschuldet ist.

Fvnerals
© Alexander Klego

Es ist FVNERALS hervorragend gelungen ein kontrastreiches und spannungsvolles Album abzuliefern, was angesichts der durchgehenden ruhigen Orchestrierung alles andere als ein Leichtes gewesen sein muss. Die aufgeräumte Schlichtheit lässt sich schnell mit Langeweile verwechseln, doch wer ein Gehör für Schattierungen und Freude an Drone und Schwergang hat, sollte sich „Wounds“ keinesfalls entgehen lassen.

Fvnerals – Wounds
14.10.2016 | Doom / Drone / Ambient
Vinyl / CD / Digital | Golden Antenna Records

1. Void
2. Wounds
3. Shiver
4. Teeth
5. Crown
6. Antlers
7. Where

Tiffany Ström – Gesang, Bass, Synthesizer
Syd Scarlet – Gitarren
Chris Cooper – Schlagzeug

http://fvnerals.com/ | https://www.facebook.com/Fvnerals/ | https://fvnerals.bandcamp.com/
http://www.goldenantenna.com/ | https://www.facebook.com/goldenantenna/ | https://goldenantennarecords.bandcamp.com/

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