Gnaw Their Tongues – Abyss Of Longing Throats

Gnaw Their Tongues - Abyss Of Longing ThroatsObwohl Multiinstrumentalist Mories alles andere als faul ist, liegt das letzte Album von GNAW THEIR TONGUES drei Jahre zurück. Seitdem gab es natürlich einige EPs und zuletzt die Zusammenstellung „Collected Atrocities 2005-2008“. Mit „Abyss Of Longing Throats“ meldet sich der Niederländer nun vollumfänglich zurück.

Wie erwartet und gewohnt, serviert uns Mories keine leichte Kost. GNAW THEIR TONGUES steht seit jeher für verstörende und düstere Musik, die Doom und Black Metal mit vielerlei Electronica vermischt. So auch auf der jüngsten Scheibe. Dennoch: GNAW THEIR TONGUES klingt auf „Abyss Of Longing Throats“ erweiert, verändert und fort entwickelt. Auf den Alben war der Anteil des (Black) Metals zwar häufig hoch, doch dieses Mal sind die Black-Metal-Stücke weitaus weniger chaotisch ausgefallen, als etwa auf „Eschatological Scatology“ oder „An Epiphanic Vomiting Of Blood“.

Das Titellied ist ein schnelles und harsches Stück, dessen Schlagzeug über sehr lange Strecken einen monotonen Takt hämmert. Das Lied gefällt mir sehr gut. Es ist auf der einen Seite minimalistisch, die monotone und erbarmungslose Geschwindigkeit vermischt Drone mit kompromisslosen Black Metal. Der verzerrte Kreischgesang ist harsch und die Gitarren spielen eine repetitive Melodie. Schlicht und minimalistisch aber absolut effektiv und wirkmächtig. Ein bisschen empfinde ich das Titellied stimmungstechnisch ähnlich intensiv und verführerisch wie einst „Diadem Of 12 Stars“, wobei Mories selbstverständlich einen gänzlich anderen Pfad einschlägt. Aber dies zeigt, wie sehr es Mories gelingt, mit einfachsten Mitteln eine tiefe, intensive und dichte Atmosphäre zu erzeugen.

Neben schnellem, harschen Black Metal gibt es auch viele Parts in denen Ambient, Industrial und Noise verstörend und bizarr zum Zuge kommen. In „And They Will Be Cast Out Into Utter Darkness“ klingen Mories‘ Arrangements stellenweise wie derber Noise Grind. Ambient, Noise und Industrial treffen hier auf einen Drumcomputer, was mich eben an die Spaßgesellen von Noise- und Cyber Grind erinnert. Bei GNAW THEIR TONGUES klingt das jedoch alles andere als spaßig. Im Gegenteil. Die experimentelle Vermischung aus Doom, Noise, Grind, Industrial und Black Metal klingt einfach krank, gestört und zutiefst krude und bizarr. Genau für solche Momente liebe ich GNAW THEIR TONGUES.

Das neue Album ist eine vielseitige und tiefgreifende Scheibe. Obwohl das Album einen atmosphärischen roten Faden besitzt, sind die Stücke überaus unterschiedlich. Es gibt lähmende Langsamkeit, stotternde Rhythmik und zügellose Raserei, garniert mit allerlei finstrer Elektronik, die manchmal regelrecht bombastisch und episch wird. „Abyss Of Longing Throats“ ist einfach ein wunderbares Album für jede gestörte Seele mit Hang zum Perversen.

In Koorporation mit Hateful Metal.

Gnaw Their Tongues – Abyss Of Longing Throats
2015 | Crucial Blast
CD/Digital| Noise / Black Metal

1. Lick The Poison From The Cave Walls
2. Through Flesh
3. Abyss Of Longing Throats
4. From The Black Mouth Of Spite
5. The Holy Body
6. And They Will Be Cast Out Into Utter Darkness
7. Up Into The Heavens Down Into The Circles Of…

http://www.devotionalhymns.com/gnawtheirtongues/
https://gnawtheirtongues.bandcamp.com/
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http://www.crucialblast.net/

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