Gnaw Their Tongues – Hymns For The Broken, Swollen And Silent

Gnaw Their Tongues - Hymns For The Broken, Swollen And SilentSuper! Einfach großartig! Mories gelingt es auf fabelhafte Art und Weise erneut mitzureißen und zu begeistern. Sein neustes Album unter dem Banner GNAW THEIR TONGUES, welches vor wenigen Tagen über ConSouling Sounds auf weißem Vinyl veröffentlicht wurde, ist ein heißer Anwärter auf die morbideste Platte des Jahres. Dass Mories ein Meister seines Fachs ist, ist allgemein bekannt. In all den Jahren hat er unzählige Male sein Talent für bizarre, gestörte, kranke und skurrile Klänge bewiesen. Auf der aktuellen Langrille „Hymns For The Broken, Swollen And Silent“ tut er diesem Reigen keinen Abbruch.

„Hymns For The Broken, Swollen And Silent“ ist ein zutiefst verstörendes und beklemmendes Werk, auf dem Mories wieder tief in die Trickkiste greift und unterschiedlichste Stileinflüsse und Stimmungen miteinander vereint. Es ist ein sehr ausdifferenziertes Album geworden, welches wieder durch eine hohe Vielschichtigkeit auffällt. Die Lieder unterscheiden sich zum Teil sehr stark voneinander, der Kontrast ist nahezu gigantisch, was ich wunderbar finde. In dieser Hinsicht steht es dem wunderbaren Vorgänger „Abyss Of Longing Throats“ in nichts nach. Beide Alben verbinden und vermischen Noise, Industrial, Black Metal, Grind und Doom miteinander und extrahieren daraus eine wahnsinnsgewordene Essenz des Perversen.

Ich möchte noch ein bisschen auf die Spannungsbögen, Gegensätze und Kontrastierungen eingehen. Im Opener „Hold High The Banners…“ verzaubert mich GNAW THEIR TONGUES mit ruhigen, langsamen und dunkelharmonischen Arrangements, die sich irgendwo in einer Zwischenwelt aus Noise und Industrial aufhalten. Vor allem die einprägsame, tief dröhnende Hookline hat es mir angetan. Sie ist ein fieses und hässliches Biest, sie muss direkt einem Folterkeller entsprungen sein.
Auf der anderen Seite bricht sich immer wieder harscher Black Metal Bahn, der durch radikale Kreischgesänge und enorme Geschwindigkeitsausbrüche Aufmerksamkeit erregt. Apropos Geschwindigkeit. Da gibt es etwas was ich großartig finde. In „Silent Burned Atrocities“ übertreibt es Mories gnadenlos, indem er in räudiger Grind-Manier das Tempo grotesk hochschraubt. Doch es ist nicht nur das aberwitzig schnelle, monoton fortrasende Schlagzeug, auch die (un)harmonische Elektrobegleitung sowie der Kreischgesang sind extrem und haben fast schon etwas Satirisches. Ich weiß nicht ob Mories mit derlei finsteren Ausbrüchen einen von Humor getragenen Hintergedanken hatte, doch mir gefallen solche perversen und heftigen Parts jedenfalls gut. Im Grunde ist das Lied Noisegrind in Reinform. Egal, wie man es nennt, es passt hervorragend ins dunkle und morbide Klangkonzept.

Gnaw Their Tongues - Hymns For The Broken, Swollen And Silent (Vinyl)Wie bereits erwähnt sind die Spannungen und Kontraste immens. „Hymns For The Broken…“ ist eine heftige und immer wieder auch laute, harsche und aggressive Platte; es ist ein Album welches streckenweise total chaotisch ist und hochgradig verstörend wirken kann. Man könnte es gut als krank, gestört und als eine Lehre des Unharmonischen abtun. Für mich ist es jedoch Kunst und ein Meisterwerk von Noisegrind und Noise Black Metal.

Neben der Vinylversion von ConSouling Sounds gibt es auch eine CD- und Kassettenversion, sowie den obligatorischen Download. Von dem Vinyl sind allerdings nur 300 Kopien im Umlauf, also nicht zu lange warten.

Gnaw Their Tongues – Hymns For The Broken, Swollen And Silent
09.12.2016 | Noise, Drone, Black Metal
Vinyl | ConSouling Sounds

1. Hold High The Banners Of Truth Among The Swollen Dead
2. The Speared Promises
3. Frail As The Stalking Lions
4. Your Kingdom Shrouded In Blood
5. Silent Burned Atrocities
6. Hymn For The Broken, Swollen And Silent
7. I Have Clad The Pillar In The Flayed Skins
8. Our Mouths Ridden With Worms

Alle Instrumente, Gesang – Mories
Gesang – Hekte Zaren

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