Grünt-Grünt / [P.U.T] – Split

Grünt-Grünt / [P.U.T] - SplitDieses interessante Splitalbum ist definitiv nur für Freunde extremer Musik. Es sind nicht nur die Namen der beiden französischen Bands, die andersartig und eigenwillig sind, auch musikalisch wandeln sie auf Pfaden fernab des Mainstreams.

Den Anfang machen GRÜNT-GRÜNT, welche seit 2002 ihr Unwesen treiben, indem sie bedingungslosen harten und aggressiven Grindcore spielen. Die sechs unbetitelten Stücke auf dem Splitalbum sind gnadenlos kurz und sprühen nur so vor bissigem, fast schon hysterischem Gesang, peitschenden Schlagzeug und Aggression. Fünf der sechs Titel sind kürzer als eine Minute, damit sollte wohl alles gesagt sein. Wer Lärm und Power Violence mag, der wird auch GRÜNT-GRÜNT mögen. Für meine Ohren machen GRÜNT-GRÜNT einfach tollen Grindcore, es macht unheimlich viel Spaß die kurzen Lieder zu hören. Die Riffs sind dreckig und rotzig, der Gesang derb und das Schlagzeug unerbittlich. Mit dem letzten, und mit vier Minuten auch dem mit Abstand längsten Lied, wechseln GRÜNT-GRÜNT in den schwarzen Sludge. Hier spielen sie monotone, drückende Riffs zu schwarzmetallischem Gesang. Das hat was.

Interessanter, da wesentlich vielfältiger, ist das Brüdertrio [P.U.T], das schon 1998 anfing Musik zu machen. Die Drei spielen eine sehr eigenwillige und sonderbare Mischung aus Sludge, Industrial und Noise. [P.U.T] erzeugen dabei eine fesselnde und zugleich auch verstörende Atmosphäre.

Neben vereinzelten, eher klassisch doomigen Parts, gibt es auch viele elektronische Einflüsse. Das Trio beweist dabei eine Vorliebe für repetitive Melodien und Harmonien – was das Ganze sehr düster, makaber und sinister macht. Mir gefallen diese Kompositionen aber sehr gut, da sie kraftvolle Elemente des Sludges geschickt und wirkungsvoll mit Industrial verschmelzen. Industrial mit Metal zu mischen ist zwar ein alter Hut, doch [P.U.T] interpretieren diese Vermischung eigenständig, zumal sie auch den Sludge eher unorthodox auslegen und unter anderem an den Punkrock erinnernde Riffs einstreuen.

Für mich ist dieses Splitalbum eine wirklich gelungene, da überraschende und erfrischende Veröffentlichung. Beide Bands machen eigenwillige und eigenständige Musik, weit weg von Mainstream und Gefallsüchtigkeit. Außerdem sind sie sehr unterschiedlich, ja schon geradezu gegensätzlich, was dem Ganzen einen besonderen Reiz verleiht. Ich denke, jeder der sich für sonderbare und auch extreme Musik interessiert, der kann ruhigen Gewissens die paar Euro für diese CD berappen. Ich bin jedenfalls ein Anhänger solcher Produktionen, die mit voller Hingabe, Idealismus und in liebevoller DIY-Arbeit bewerkstelligt werden.

Grünt-Grünt / [P.U.T] – Split
2015 | Grindcore / Hardcore / Sludge / Noise / Industrial
CD / Digital | P.O.G.O. Records / Bonobo Stop / Trashfuck Records / THC+DIY Records / Vleesklak Records / Brutal Arratia / Krach Macht Frei

Grünt-Grünt
1.
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[P.U.T]
7. With The Evil
8. Fear
9. Industrial vs. Forest
9. Under Most Darkest Sea

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