Hexer – Cosmic Doom Ritual

Hexer - Cosmic Doom RitualVor rund anderthalb Jahren hauten mich HEXER aus Dortmund mit „Holodeck Session“ um. Nun steht mit „Cosmic Doom Ritual“ der Nachfolger in den Startlöchern, welcher seit kurzem digital verfügbar ist und in Kürze auch auf Vinyl, CD und Kassette zu haben sein wird.

Der Albumname und das Frontcover geben schon vorab einen guten Einblick, worum es HEXER auf ihrem neuen Werk geht. Es handelt sich um die Vertonung und Umsetzung ritueller Verdammnis und Dunkelheit. „Cosmis Doom Ritual“ ist ein Album welches mitunter weh tut, welches hässlich und gemein ist. So muss finsterster Doom aus den Weiten des Alls auch sein. Musik zum Wohlfühlen gibt’s schließlich genug andernorts.

Auch wenn HEXER, die inzwischen vom Trio zum Quartett erwuchsen, keine Scheu davor haben, den Finger in die Wunde zu legen und schlicht bösartig zu sein, gibt es auch harmonische und melodische Momente. Es ist also nicht alles nur ritueller Untergang. An den Gitarren gibt es immer wieder mal feine Stoner-Melodien, die das Laute und Kratzende des zähen Dooms aufbrechen. Ebenso gibt es aber auch schöne elektronische Tupfer („Black Lava Flow“), die der ohnehin schon verstörenden Atmosphäre noch zusätzlich kosmische Dunkelheit einhauchen.

Am interessantesten finde ich jedoch den Klang. HEXER hatten alle Möglichkeiten um einen absolut sauberen, fetten und glasklaren Klang zu servieren. Dies kann man ganz gut an den leisen, harmonischen Parts heraus hören. Doch anstatt diese Klarheit auch in den ruppigen Doom mitzunehmen, entschieden sie sich, diese Parts absichtlich rau, roh und derbe klingen zu lassen (hört auch nur die verdammt geile Bassgitarre in „Black Lava Flow“ an).
Das ist es, was ich eingangs mit „weh tun“ meinte. Ebenso in „Merkaba“. Das Album beginnt recht ruhig und harmonisch, melodische Gitarrenmelodien und ätherische Schwingungen beruhigen und entspannen zunächst, ähnlich einer Narkoseeinleitung, um dann irgendwann nach rund zehn Minuten mit dem Vorschlaghammer zurück in die Realität geholt, vernichtet und zertrümmert zu werden. Das Schlagzeug poltert rasend los und aufgekratzte und raue Gitarren verkünden Unheil und Schmerz. Es kommt unerwartet, es ist unangenehm und genau deswegen ist es gut.

„Cosmic Doom Ritual“ hat Ecken und Kanten, es ist weit davon entfernt, seelenlos glatt poliert zu sein. Im direkten Vergleich mit „Holodeck Session“ ist der Klang aber dennoch etwas klarer und differenzierter, was ich persönlich ein wenig bedauere* aber natürlich verstehe. Dafür gibt es mit „Black Lava Flow“ einen baren Knaller mit Hitpotenzial, der ein heißer Anwärter auf einen Platz auf meiner Top-10-Liste der Lieder ist, die ich noch einmal unbedingt hören muss, wenn das Unvermeidliche, das Ende der Welt da ist. Insofern schließt sich der Kreis der rituellen, kosmischen Verdammnis.

Kurzfazit: Empfehlenswert!

Hexer – Cosmic Doom Ritual
20.04.2017 | Doom, Sludge
Vinyl, Kassette, CD, Digital | Vendetta Records

1. Merkaba
2. Pearl Snake
3. Black Lava Flow

*) Ich mag diesen Klang sehr, allerdings bin ich in der Hinsicht auch ein kleiner Fetischist, ich stehe einfach auf eine raue und scheppernde Klangproduktion, auf das organische Gefühl von Demoaufnahmen und Jamsessions.

https://www.facebook.com/hexerdoom/
https://vendettarecords.wordpress.com/ | https://vendetta-records.bandcamp.com/

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