Hexer – Holodeck Session

Hexer - Holodeck Session„Holodeck Session“ könnte man wunderbar als eine ‚Entdeckung der Langsamkeit‘ bezeichnen. Die anscheinend noch junge Band aus Dortmund hat in DIY-Manier diese EP auf euch losgelassen, die unbedingt von jedem Freund doomiger Klänge gehört werden sollte.

HEXER spielen nicht nur einfach langsamen und schweren Doom, den man so und ähnlich an jeder Straßenecke serviert bekommt. Nein, HEXER überzeugen gleich in mehrfacher Hinsicht. Bereits mit dem Intro kann das Trio überzeugen, es handelt sich dabei um eine ruhige und atmosphärische Instrumentalnummer. Für gewöhnlich empfinde ich Intros als langweilig und häufig auch absolut überflüssig. Doch im Falle von „Holodeck Session“ ist es gänzlich anders.
Denn bereits in diesem Stück Instrumentalmusik spüre ich eine betont gefühlvolle Fähigkeit, tolle Melodien behutsam dazustellen und eine melancholische Tiefe zu schüren, die eher angedeutet als zelebriert wird. Die Melodik und der Spannungsaufbau sind für meine Wahrnehmung bestechend. Ich kann mir das Intro pausenlos rauf und runter anhören und bekomme jedes Mal erneut eine Gänsehaut.

Aber auch losgelöst vom Intro erweisen sich HEXER als ein fest zupackendes Trio. Die nachfolgende halbe Stunde ist ein Zeugnis schweren Dooms, der vom teils schwarzmetallisch inspirierten Gesang und extrem tieftönenden Gitarren dominiert wird. Gerade die Basslinien sind toll, da sie richtig schön tief und knarzend sind, und gemeinsam mit der angeraut klingenden Gitarre verleihen sie dem zähen Doom etwas Gemeines und Hässliches.

Hexer - Holodeck Session CDHEXER verstehen es ausgezeichnet, mit ihrem nihilistischen Doom Schönheit und Hässlichkeit miteinander zu verbinden. Dabei decken sie ein recht breites Spektrum an Stimmungen und Einflüssen ab. Es gibt vereinzelt ein paar wenige monotone Takte, die mich an Gruppen wie OM oder SLEEP erinnern. Woanders gibt es ruhige und melodische Parts, welche die gleiche harmonische Tiefe und Dichte wie das Intro haben. Andernorts bricht sich kraftvoller und eruptiver Doom Bahn, der eine kathartische Verschmelzung aus Doom, Death und Black Metal darstellt.

Es sind aber nicht nur die Saiteninstrumente, die Schwingungen und Melodien die „Holodeck Session“ so gut und interessant machen. Auch am Schlagzeug gibt es gutes Handwerk zu hören. Ich mag es sehr, wie Schlagzeuger J immer wieder Becken und Hi-Hat einbindet. Für sich genommen sind solche Spielereien nichts Besonderes, doch die Summe aller Details macht das Werk so fesselnd. Außerdem liegt das Große oftmals im Kleinen und Unscheinbaren.

Auf „Holodeck Session“ stimmt einfach alles. Da kommt also ein junges Trio aus Dortmund und veröffentlicht mal eben so ein derart tolles Doom-Werk, welches sich absolut nicht hinter etablierten Größen zu verstecken braucht. Die EP hat alles was guter Doom braucht und wer es sich entgehen lässt, dem ist nicht mehr zu helfen. Vielen Dank an T., der mich auf HEXER aufmerksam machte!

Hexer – Holodeck Session
2015 | Doom
Digital / CD | Eigenproduktion

1. Astral Perception (Intro)
2. Blazar
3. I|I
4. Augury Of A Silent Mass

https://www.facebook.com/hexerdoom/

One thought on “Hexer – Holodeck Session

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.