Jacques Barbéri & Laurent Pernice – L’Apocalypse Des Oiseaux

Jacques Barbéri & Laurent Pernice - L'Apocalypse des OiseauxJacques Barbérie und Laurent Pernice sind in ihrer französischen Heimat zwei bekannte Musiker, die zusammen aber auch als Solokünstler, seit den späten 80igern musizieren. Gemeinsam betreiben sie neben diesem hier besprochenen Projekt auch PALO ALTO, eine experimentelle und progressive Band die abstrakte Klänge aus Jazz, Klassik und Elektronik in sich vereint. Unter ihren Klarnamen veröffentlichten Barbérie und Pernice bereits 2004 eine erste CD, die nun in „L’Apocalypse des Oiseaux“ ihren Nachfolger gefunden hat.

Da die von Barbérie vorgetragenen Gedichte sämtlich auf Französisch verfasst wurden, ist es nicht Französisch sprechenden Menschen unmöglich das Konzept und den Inhalt des Albums gänzlich zu erfassen. Die vierzehn Titel stellen dennoch ein interessantes Klangerlebnis dar. Barbérie ist für die Erzählung zuständig. Er spricht die Verse klar und deutlich und offenbart dabei eine überaus sonore, tiefe und kraftvolle Stimme. Er spricht ruhig aber bestimmt, manchmal flüstert er und manchmal wird seine Stimme elektronisch verzerrt. Pernice hingegen ist für das überaus breite Repertoire der Töne und Klänge zuständig. Er kreiert düstere elektronische Klanglandschaften, die eine Melange aus Industrial, Noise, Ambient, abstrakter Elektronik und dezenten Einflüssen aus Klassik und Jazz ist. Pernice war Bestandteil der französischen Industrial-Band NOX, die in den 80igern aktiv und erfolgreich war.

Jacques Barbéri & Laurent PerniceAuch wenn man das Gesprochene nicht versteht ist „L’Apocalypse des Oiseaux“ nicht per se uninteressant. Freunde obskurer aber Klänge können hier trotz allem auf ihre Kosten kommen. Mir gefallen die akustischen Arrangements jedenfalls sehr gut, meinem Erachten nach würden sie auch hervorragend auf einem rein instrumentalen Werk hervorragend funktionieren. Obgleich die abstrakte Musik sehr obskure und düstere Facetten offenbart, ist das Album vor allem eine avantgardistische Fusion abstrakter Klänge. Denn Pernice greift nicht ausschließlich auf Ambient, Noise oder Industrial zurück, sehr häufig sind auch sonderbares Vogelgezwitscher und laborierende Streichinstrumente zu hören.

„L’Apocalypse des Oiseaux“ ist vor allem sonderbar und für all jene von Interesse, die es absonderlich mögen und die ein Faible für Klangexperimente haben. Wer darüber hinaus noch dem Französischen mächtig ist, der kann vielleicht noch Verse mit Tiefgang erleben, doch das weiß ich nicht.

Jacques Barbéri & Laurent Pernice – L’Apocalypse des Oiseaux
2015 | Elektronik / Poesie
Digital / CD | Atypeek Music / Le Cluricaun

1. Création des Animaux
2. La Peau du Prophète
3. La Chasse
4. Oiseaux Miroirs
5. Escape
6. Le Carrousel des Cavaliers
7. Un Désert de Paupières
8. Le Mausolée aux Perruches
9. Basse Danse
10. Kosmogonie 1
11. L’ultime Toile
12. Kosmogonie 2
13. L’origine du Monde
14. Déluge

http://www.laurentpernice.com/Laurent_Pernice.html
http://www.atypeekmusic.com/Atypeek_Music.html
http://www.lecluricaun.com/

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