Kid Ikarus – Playback Dreams

Kid Ikarus - Playback DreamsDie Schweizer Instrumental-Band KID IKARUS wurde bereits 2003 gegründet und der Name bezieht sich auf ein altes Konsolenspiel von Nintendo. Nachdem man zunächst drei EPs und schließlich 2010 das Debütalbum veröffentlichte, war dann erst einmal eine fünfjährige Pause angesagt. Erholt und erfrischt legten die Schweizer nun das zweite Album „Playback Dreams“ vor.

In gewisser Weise ist dieser Name gut gewählt, da er den musikalischen Darbietungen nahe kommt und bereits vorab gut beschreibt, was man vom Album zu erwarten hat. KID IKARUS spielen ruhige und oftmals verträumt anmutende Musik, die Genres und Grenzen auflöst und zugleich miteinander verschmilzt. Im Opener „Master Blaster“ geben sich KID IKARUS relativ schwer und doomig, die drückenden Riffs entwickeln einen melancholischen Charakter der mich an OMEGA MASSIF denken lässt. „Master Blaster“ ist jedoch eher ein verführendes Intro, welches spielerisch in die Irre leitet, als eine Verheißung. Die nachfolgende knappe halbe Stunde hat damit nämlich gar nichts mehr zu tun.

Im Nachgang zum Eröffnungsstück entwickelt sich „Playback Dreams“ zu einer dichten und unkonventionellen Zusammenführung verschiedener Stile. Es gibt Stücke, in denen eine helle flimmernde Shoegaze-Gitarre verträumt durch sphärische Klänge wabert, es gibt aber auch Arrangements in denen Synthesizer und Beats bestimmend sind. KID IKARUS bewegen sich so zwischen verträumtem Synthie-Sound, der jedoch nicht wirklich retro ist, und gefühlsbetontem Post-Rock-Gitarreneinsatz. Stimmungstechnisch überwiegen auf „Playback Dreams“ helle und freundliche Gefühlslagen, obgleich im langsamen sowie dezenten „Sweet Secrets“ eine angenehm akzentuierte, düstere Schwere um sich greift, ehe die Herren mit „Blaster Master“ den mit „Master Blaster“ begonnen Kreis schließen. Hier treten erneut schwere und bedrückende Riffwände zutage und man fragt sich, wie konnten mich KID IKARUS nur so verführen und den tollen, gitarrenlastigen Einstieg vergessen machen?

Kid Ikarus (Band)„Playpack Dreams“ ist in jedem Fall ein interessantes Stück Instrumentalmusik. Ich würde nicht soweit gehen zu behaupten es wäre experimentell, was ist heutzutage noch wirklich experimentell, gibt es doch schon so gut wie alles. Dennoch sind KID IKARUS auf ihrem zweiten Album zumindest originell und setzen teils starke Kontraste, was mir persönlich sehr gut gefällt. Ich finde den Ansatz vielversprechend und gelungen, als Anfang und Ende des Albums musikalisch etwas anderes als dazwischen zu machen. Wer sich für (ruhige) Instrumentalmusik, die zwischen Post Rock, Ambient und Synthies eigene Wege beschreitet, interessiert, sollte die Schweizer unbedingt probieren.

Kid Ikarus – Playback Dreams
2016 | Post Rock / Ambient
Vinyl / CD / Digital | Ikarus Records

1. Master Blaster
2. Endless Fun
3. The Lizzzard Of Ozzz
4. Soft Power
5. Easter Eggs
6. Sweet Secrets
7. Blaster Master

https://www.facebook.com/Kid-Ikarus-139952772716475/
http://www.ikarusrecords.ch/ | https://www.facebook.com/Ikarus-Records-158610454191119/

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