Meraine – Meraine

Meraine - MeraineAus der Asche AKELAs emporgestiegen ist das Quartett MERAINE, welches im vergangenen Spätsommer sein selbstbetiteltes Debütalbum ablieferte. Ich habe davon allerdings erst jetzt etwas mitbekommen, was einer Missetat gleicht, da das Album wirklich gut ist und ich es schon viel früher hätte hören müssen!

Es ist ein kurzes und bissiges Album, mit dem ich mich sofort wohl fühlte. Gleich beim ersten Durchgang konnten mich MERAINE überzeugen und meine Aufmerksamkeit binden, was auch am tollen Eröffnungsstück* „Empathy“ liegt. Es ist ein sehr vielschichtiges Lied, welches Härte und Aggressivität ebenso aufgreift wie subtile Melodik und tiefgreifende, dezente Melancholie. Postmetallische Melodien und Elegien treffen hier auf die Rohheit des Hardcores.

Nach diesem Grundmuster wurde das komplette Album gestrickt. MERAINE setzen auf eine ruppige Heftigkeit, die zu großen Anteilen dem eindringlichen und erschütternden Kreischgesang von Florian Gering geschuldet ist. Natürlich wird auch eine musikalische Härte geboten, diese erschöpft sich jedoch nicht mit barer Raserei. Im Gegenteil, so ist „Meraine“ rhythmisch ein sehr vielseitiges und agiles Album, welches sehr unterschiedliche Tempi bereit hält. Trotz der vielen Tempowechsel wirken MERAINE aber überhaupt nicht sprunghaft oder nervös, was ich als äußerst positiv und gelungen verstanden wissen möchte.

Meraine
© Isabel Schürholz

„Meraine“ ist energiegeladen und emotional, dabei aber weit davon entfernt glatt geschmirgelt oder (zu) gefühlsbetont zu sein. Die melancholischen und sonoren Harmonien wurden dezent eingewoben, zudem werden sie auch durch den harschen Kreischgesang und explosionsgleiche Ausbrüche kontrastiert. „Meraine“ ist ein spannungsreiches Album mit Ecken und Kanten. Wer MERAINE bisher verpasst hat, sollte diesen Fehler schleunigst korrigieren.

Meraine – Meraine
2016 | Post Hardcore
Vinyl / Kassette / CD / Digital | Moment Of Collapse Records

1. Empathy
2. Teeth
3. Entropy
4. Limbs
5. Rusted Veins
6. Black Raven
7. Floatage
8. Abandon
9. Marrow

Jan Tester – Schlagzeug, Gesang
Simon Akhtarruzzaman – Bass
Joti Stefanidis – Gitarre
Florian Gering – Gitarre, Gesang

*) Viel zu oft stellen Bands ein relativ belangloses Intro an erster Stelle. Ich finde Intros unbeschreiblich langweilig, da sie meistens beliebig und austauschbar sind und wenig bis gar nichts mit dem eigentlichen Album zu tun haben. Mehr als einmal höre ich mir Intros deshalb auch nicht an, besser wäre es, sie schlicht weg zu lassen und sofort zur Sache zu kommen.

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