Monophona – Girls On Bikes Boys Who Sing

Monophona - Girls On Bikes Boys Who SingDer Vorgänger „Black On Black“ begleitete mich eine sehr lange Zeit, lief rauf und runter, ich war absolut begeistert, es stimmte einfach alles. Für mich gehört das Album auch heute noch zu den besten Veröffentlichungen der vergangenen Jahre. Seitdem sind rund zweieinhalb Jahre vergangen und in wenigen Tagen wird mit „Girls On Bikes Who Sing“ der Nachfolger erscheinen.

Ich hörte mir das neue Album das erste Mal unterwegs an, und ich hatte den Eindruck, dass sich Claudine Muno irgendwie betrübter anhört. Und auch die Musik fühlte sich schwer und düster an. Zunächst dachte ich mir nichts dabei, schließlich gab es auch auf „Black On Black“ viele Momente der Melancholie und Dunkelheit. Einige Tage später zu Hause, als ich das Promoschreiben las, die Antwort: Auf „Girls On Bikes Boys Who Sing“ sind die Texte wesentlich politischer ausgefallen. Dies liegt an der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung der vergangenen Jahre, auf die MONOPHONA reagieren mussten. Ich finde es gut und richtig, dass das Trio Stellung bezieht und die bedenklichen Entwicklungen kritisch sieht.

Auch wenn es insgesamt etwas betrübter sein mag, sind sich MONOPHONA trotzdem treu geblieben. Nach wie vor spielen sie ihren zauberhaften Indietronic, eine ganz eigene Verschmelzung von Folk, Trip Hop und Elektro. Es ist ihnen erneut gelungen, ein absolut stimmiges Album abzuliefern. Die Beats, die Akustikgitarre, der Gesang. Alles hört sich wundervoll an, jeder Ton, jede Phrase, alles hat seinen Platz und kann gar nicht anders klingen.

Mir ergeht es mir „Girls On Bikes Who Sing“ ganz ähnlich wie damals mit „Black On Black“. Zunächst hatte ich nur ein, oder zwei Lieblingslieder, doch mit jedem Durchgang kam ein weiteres dazu, bis irgendwann jedes Stück zu einem Lieblingslied wurde. Diese hohe Qualität und dichte Atmosphäre findet sich auch jetzt wieder. Auch wenn das neue Album etwas düsterer ist und eine ruhige Tristesse latent mitschwingt, gibt es in „Tick Of A Clock“ auch eine lauten Refrain, wo Claudine laut und wütend ihren Unmut herausschreit.

Monophona
Foto: Severine Peiffer

MONOPHONA legen erneut ein überragendes Album ab. Anders kann ich es gar nicht formulieren. Allerdings hat sich offenbar ein Fehler bei der Herstellung des Albums eingeschlichen. Auf der gedruckten Tracklist des mir vorliegenden Digipaks sind elf Lieder, darunter „Folsom Prison Blues“, aufgeführt. Tatsächlich fehlt „Folsom Prison Blues“ aber, was nicht dramatisch ist, da man sich das Lied, welches vor einem Jahr als EP erschien, streamen kann. Gut möglich, dass es vielleicht bei der digitalen Version und/oder auf Vinyl dabei ist.

Monophona – Girls On Bikes Boys Who Sing
20.10.17 | Indietronic, Trip Hop
Vinyl, CD, Digital | Kapitän Platte

1. Courage
2. Tick Of A Clock
3. Hereafter
4. The Benefit Of A Doubt
5. Lada
6. To The Wall
7. Folsom Prison Blues
8. I Will Be Wrong
9. The Hours
10. Hospitals For Freedom
11. We’ll Be Alright

https://www.monophona.com/ | https://www.facebook.com/monophona
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