Mudbath – Brine Pool

Mudbath - Brine PoolVor rund zwei Jahren konnten mich MUDBATH mit ihrem Debütalbum „Corrado Zeller“ nachhaltig beeindrucken. Es war ein fieses, zähes und harsches Sludge-Biest. Nun steht die Entfesselung des Nachfolgers „Brine Pool“ an, und MUDBATH machen keine Anstalten, lieber oder netter klingen zu wollen.

Dabei hat sich in den zwei Jahren durchaus einiges getan. Die Anzahl der Lieder verdoppelte sich bei gleichzeitiger Abnahme der Länge der einzelnen Stücke. Während auf dem Debüt das kürzeste Lied noch rund siebeneinhalb Minuten lang war, ist diesmal das längste gerade acht Minuten lang.

Der Sludge ist vielseitiger geworden, die obsessive Langsamkeit des Debüts tritt in den Hintergrund und ebnet anderen Akzenten, etwa schwarzmetallischen Ausflügen und der Schnelligkeit, den Weg. Zähe und doomige Schwere gibt es natürlich auch auf „Brine Pool“, jedoch ist sie diesmal in einer höheren Frequenz von Abwechslung eingebettet.

Es ist nicht nur eine rhythmische Varianz gegeben, auch harmonisch geben sich MUDBATH facettenreich. Neben mittelschnellen und schnellen Parts, es gibt partiell sogar richtige Raserei, ist immer wieder eine leise Akustikgitarre zu hören, die gern als Ein- oder Überleitung fungiert und für wohlige, harmonische Momente sorgt. Dem gegenüber steht dann aber der sehr harsche und energische Gesang, der nach wie vor markerschütternd ist und bisweilen regelrecht aggressiv daher kommt.

„Brine Pool“ ist in gewisser Weise ein Wechselbad der Gefühle, eine stürmische Achterbahnfahrt. Leise und harmonische Arrangements wechseln sich mit zähem Doom und variablen Tempi ab. Wenn man „Corrado Zeller“ noch im Hinterkopf hat, erscheint „Brine Pool“ deutlich anders. Es ist lebendiger und sprunghafter ausgefallen, das unglaubliche Zähe und Bleierne des Debüts fehlt nahezu komplett, was ich ein wenig bedauere.

Wer MUDBATH bereits kennt, benötigt sicherlich eine Eingewöhnungszeit. „Brine Pool“ ist keine Fortsetzung des Bisherigen, es stellt eine Veränderung und Erweiterung dar. MUDBATH sind vielseitiger geworden. Ob man das gut findet, muss jeder selbst herausfinden. Mir ist die radikale Langsamkeit von „Corrado Zeller“ jedenfalls lieber, obgleich sein Nachfolger ein gut gemachtes, durch und durch negatives Album ist.

Mudbath – Brine Pool
02.05.2017 | Sludge
Vinyl, CD, Digital | GPS Prod., Grains Of Sand Rec., Saka Ĉost, Troffea Rec., Third-I-Rex

1. Burn Brighter
2. End Up Cold
3. Seventh Circle
4. Zone Theory
5. Rejuvenate
6. Fire

https://www.facebook.com/mudbath | http://mudbath.bigcartel.com/

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