Ni – Les insurgés de Romilly

Ni - Les insurgés de RomillyKomplex. Hektisch. Verschachtelt. Rasant. Energiegeladen. So in etwa könnte man das Debütalbum von NI beschreiben. Die vier Franzosen, die mir bereits von Bands wie ☉L’EFFONDRAS und UKANDANZ her bekannt sind, aber auch mit V13 und JMPZ viel Erfahrung sammelten, haben mit „Les Insurgés de Romilly“ einen intensiven Brocken abstrakten Math und Noise Rocks hingelegt.

Die Musik ist kompliziert und manchmal auch anstrengend. NI bewegen sich zwischen chaotischem Wahnsinn und feingeistigen, subtilen Arrangements. Es kann sehr laut und hart, fast schon harsch, zugehen. Die Gitarren werden dann gnadenlos gequält und es überlagern sich hektische Riffs zu lärmenden Schwingungen. Das erinnert mich dann durchaus manchmal an UKANDANZ, nicht zuletzt auch der Polyrhythmik wegen, die überaus agil und fordernd ist. Doch NI spielen nicht unentwegt so abstrakt. Hin und wieder streuen die Franzosen auch klare Parts ein, die überraschend gelungen ob ihrer eingängigen, behutsamen Melodik sind. Doch solche Pausen sind rar, darüber sollte man sich im Klaren sein.

Auf mich wirkt das Album oft wie ein klangliches, heftiges Gewitter, welches unvorhersehbar rigoros auf mich darnieder geht. Die Takte sind derart reichhaltig gestaltet, dass es kaum zu fassen ist, was man da alles gerade in dem einen Moment zu Gehör bekommt, da der nächste Takt bereits ganz anders sein kann. NI flippen irgendwie aus, doch sie bewahren stets eine mathematische Konsequenz, mit der sie das scheinbare Chaos zu bändigen wissen. So gesehen ist „Les Insurgés de Romilly“ irgendwie auch eine liebenswerte Demonstration des Machbaren und des Vorstellbaren. Denn NI loten nicht nur die Grenzen vertrackter Rhythmen und beißender Riffs aus, sie gehen auch über Stilgrenzen hinweg und vermischen Math Rock mit Noise und vielen experimentellen Elementen.

Ich bin nicht unbedingt ein Fan von solch komplexer und komplizierter Musik. Ich bevorzuge eher eingängigere und klarer gegliederte Musik. Doch es ist NI gelungen, ihre Musik so imposant und eindringlich vorzutragen, dass ich dem Charme von „Les Insurgés de Romilly“ erliege. Klanglich als auch spielerisch ist es nämlich ein verdammt tolles Album, welches nachhaltig zu beeindrucken weiß. Man muss sich aber in jedem Fall Zeit mitbringen und die Musik genießen, ansonsten bekommt man nur einen Bruchteil der polyphonen Arrangements mit. „Les Insurgés de Romilly“ ist für musikliebende Freigeister unbedingt zu empfehlen.

Ni – Les Insurgés de Romilly
2015 | Instrumental Math Rock / Noise
Digital / CD / Vinyl | Atypeek Music / Dur et Doux Records

1. Bouif
2. Cuistre
3. Rodomont
4. Butor
5. Marpaud
6. Flaquadin
7. Gringuenaude
8. Torfesor

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https://niiii.bandcamp.com/
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