No Man’s Valley – Time Travel

No Man's Valley - Time TravelIch bin eigentlich kein Freund von Intros. Ich gehe sogar so weit, ganz frech und unverblümt zu behaupten, dass ich die (meisten) Einleitungen verabscheue und nichts Geringeres als Verachtung für sie übrig habe. Mit diesem gefestigten Weltbild wandele ich nun schon seit langem über den Erdball, und dann ganz plötzlich kommen NO MAN’S VALLEY aus den Niederlanden vorbei, servieren mir ihr Debütalbum, und da ist dann auf einmal ein Intro welches mich sofort total umhaut. Das Intro, welches den langen Namen „The Man Who Would Be King“ trägt, ist im Grunde nichts Besonderes, es ist musikalisch nicht mal in einem der Genres verortet, welche ich privat gern höre. Dennoch macht mich das Intro völlig fertig. Dahinter muss sich doch eine großartige Band verstecken, oder?

Dieser musikalische Prolog dauert gerade mal 93 Sekunden und ist sehr einfach gehalten. Er baut auf einem souligen Gesang mitsamt Hintergrundchor auf, was von monotoner und repetitiver Melodik und Rhythmik gesäumt wird. Die Zutaten sind denkbar einfach und dennoch sind diese Anderthalbminuten sensationell wirkungsmächtig. Gesang, Melodik und Rhythmik berühren mich zutiefst und erinnern mich an etwas Diffuses: Ich weiß nicht ob mich das Stück an ein anderes Lied oder eher an ein Gefühl welches mich bei einem anderen Lied ereilte, erinnert. Das ist auch nicht so wichtig, wichtig hingegen ist der hohe Triggerfaktor dieses Liedes.

Jetzt habe ich so viel über „The Man Who Would Be King“ geschwärmt und geschrieben, dabei ist das Album im Fortgang anders als es das Intro glauben macht. NO MAN’S VALLEY spielen sehr individuelle Rockmusik, die geschickt altes und neues miteinander verbindet. So gesehen ist das Album tatsächlich eine Zeitreise, greifen die Niederländer doch immer wieder Stile und Elemente der 60- und 70iger Jahre auf. Es lassen sich immer wieder mal Blues, Soul aber auch Psychedelic Rock raus hören, gelegentlich kommt gar eine Hammond-Orgel zum Einsatz.

No Man's Valley„Time Travel“ enthält viele Lieder die schnell ins Ohr gehen, deren eingängige Melodien hängen bleiben und die sich flugs zu Ohrwürmen entwickeln. Es wird eine latent schwelende Melancholie, die mich atmosphärisch und gesanglich ab und zu an GET YOUR GUN erinnert, mit sprühender Lebensfreude, vor allem wenn die Hammond-Orgel zum Einsatz kommt, verwoben. NO MAN’S VALLEY präsentieren mit ihrem Debütalbum ein wunderbar gefühlvoll und feinsinnig orchestriertes Kleinod, das trotz der vielen Bezüge zur Rockmusik der 60- und 70iger nicht aufgesetzt wirkt und sehr modern und klar ist. „Time Travel“ ist schlicht toller Alternative Rock!

No Man’s Valley – Time Travel
10.07.2016| Alternative Rock
CD / Digital / Vinyl | Eigenproduktion / Nasoni Records

1. The Man Who Would Be King
2. Kill The Bees
3. Sinking The Lifeboat
4. Love Or Axe Murder
5. The Wolves Are Coming
6. Man Who Walked Backwards
7. Time Travel
8. Goon

http://nomansvalley.com/ | https://www.facebook.com/nomansvalley | https://nomansvalley.bandcamp.com/ No Man’s Valley @Spotify
http://www.nasoni-records.com/

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