Occultation – Silence In The Ancestral House

Occultation – Silence In The Ancestral HouseMit OCCULTATION geht es mir ganz ähnlich wie mit ALUNAH. Beide Gruppen konnten mich mit ihrem Vorgängeralbum begeistern, doch das jüngste Werk ist recht enttäuschend. So erging es mir mit ALUNAH vor wenigen Tagen, und ebenso ergeht es mir mit OCCULTATIONS zweitem Album „Silence In The Ancestral House“.

Dabei sind sich OCCULTATION treu geblieben und lieferten eine Scheibe ab, die nahtlos am Debüt „Three & Seven“ anknüpft. Nach wie vor spielt das New Yorker Trio eine eigenständige Mischung aus okkultem und leicht psychedelischem Rock mit progressivem Einschlag und etwas Doom. Die Gesänge der beiden Sängerinnen sind nach wie vor stimmungsvoll und düster zugleich. Ebenfalls ist die melodische Komponente neben diesem eigenwilligen Gesang ein markantes Merkmal der Musik. Das Riffing ist vielfältig und eigenständig. OCCULTATION gehen melodisch betrachtet einen sehr eigenen Weg, man hat nicht das Gefühl, dieses Riff schon zig mal gehört zu haben oder bereits über jene Melodie gestolpert zu sein. Eigentlich, so scheint es, müssten OCCULTATION alles richtig gemacht haben. Wenn man den Vorgänger nicht kennt, wäre dieser Gedanke sogar absolut richtig. „Silence In The Ancestral House“ ist definitiv kein schlechtes Album, nur kommt es eben nicht an das tolle Debüt ran. Im Vergleich zu „Three & Seven“ fehlt mir das Schräge und Disharmonische. „Silence In The Ancestral House“ klingt professioneller und glatter, die Gesänge sind nun harmonischer und auch die Melodien weitaus weniger disharmonisch. Für meinen persönlichen Geschmack ist das neue Album also ‚zu perfekt‘, es ermangelt ihm an Ecken und Kanten, an Kauzigkeit und Eigensinn. Dies werden einige von euch sicherlich mögen, doch ich stehe eher auf weniger perfekt arrangierte und rauere aber dafür atmosphärische und authentische Musik.

Wie bereits erwähnt, schlecht ist die Platte nicht. Im Bereich des okkulten Rocks mit weiblichem Gesang zählen OCCULTATION für mich nach wie vor zu den ganz Großen, aber die Drei müssen aufpassen, nicht Opfer ihres eigenen Erfolges zu werden. Überdies empfinde ich das neue Werk atmosphärisch als etwas zu nett und freundlich, gleiches erlebte ich auch bei ALUNAH. Ich vermisse einfach das Dreckige und Rotzige in der Musik. Mich nervt diese blumige Heile-Welt-Hippie-Atmosphäre, die im heutigen psychedelischen Rock und Doom Einzug hält, einfach nur unendlich. Ich hoffe sehr, dass sich Gruppen wie ALUNAH und OCCULTATION für die Zukunft wieder mehr aufs Düstere und Schwere, gern auch Bizarre und Groteske konzentrieren mögen.

Occultation – Silence In The Ancestral House
2014 | Invictus Productions / Profound Lore Records
CD | Psychedelic Occult Rock

1. Intro
2. The First Of The Last
3. Laughter In The Halls Of Madness
4. All Hallow’s Fire
5. The Place Behind The Sky
6. The Dream Tide
7. Intermission
8. Forever Hereafter
9. Silence In The Ancestral House

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