Orchard – Serendipity

Orchard - SerendipityDie vier Musiker Aidan Baker, Gaspar Claus, Franck Laurino und Maxime Tisserand haben vor den Aufnahmen zu „Serendipity“ noch nie zusammen gespielt. Das ist insofern erwähnenswert, da sie alle überaus aktive Musiker sind und zahlreiche, sehr unterschiedliche Bands und Projekte betrieben oder noch betreiben. ORCHARD ist also ein neu formiertes Quartett, welches sich im vergangen Herbst im Studio traf, um eine klangliche Vision überaus vielschichtiger Instrumentalmusik zu verewigen.

Das Resultat dieser Aufnahmen wird nun in Kürze als „Serendipity“ erscheinen. So unterschiedlich die vier Musiker sind, so vielfältig ist die entstandene Musik. Es wäre müßig alle Genres aufzuzählen, doch werde ich nicht umhinkommen mich daran zu versuchen Schubladen aufzumachen, um zu beschreiben was man hier zu hören bekommt.

Die Musik ist erhebend und ruhig. Drei der fünf Lieder sind jeweils über zwanzig Minuten lang. Eine Mischung aus sphärischen Klängen und entspanntem Ambient kommt mir da schnell in den Sinn, um zu schildern, was ich da höre. Die Arrangements sind hochgradig atmosphärisch aufgeladen, wobei jedem Ton und jeder Melodie etwas Ruhendes obliegt. „Serendipity“ ist eine Entdeckung der Langsamkeit. Einzelne Töne werden mitunter lange gehalten, was für Minimalismus und Monotonie steht, andernorts brechen sich zarte Melodien Bahn, die traumhaft schön sind und dem Bandnamen alle Ehre machen.

Besonders angetan bin ich vom Cello und den Holzblasinstrumenten. Die Vermischung von verschiedenen (instrumentalen) Rockgenres mit neoklassischen Elementen ist nicht neu, doch ORCHARD heben diese Verschmelzung für mich auf ein neues Level. Wenn ich mir die letzten Minuten von „Drawn With The Wind“ anhöre und dann das Cello von Gaspar Claus zu hören ist, bin ich zutiefst gerührt. Sein gefühlvolles und absolut kitschfreies Spiel fühlt sich für mich wie ein Zustand absoluter Schwerelosigkeit an. Wenn ich das höre, ist alles gut, gibt es keine Sorgen mehr. Überhaupt ist „Serendipity“ ein Album mit einem hohen meditativen und ätherischen Faktor. Immer wieder gibt es Arrangements, die sich für eine Séance bestens eignen würden.

„Serendipity“ ist Musik, die man nicht unbedingt in Gemeinschaft hören sollte. Natürlich könnte man sie als seichte Hintergrundbegleitung laufen lassen, wenn man mit Freunden zusammen sitzt, aber irgendwie wäre sie mir dafür zu schade. Dann würden einfach die großen, tollen Momente wie Claus‘ Cello untergehen und mit Nichtbeachtung gestraft werden. Andererseits laden die teilweise endlos langen und monotonen Parts natürlich dazu ein, besänftigend im Hintergrund zu laufen.

„Serendipity“ ist Freunden von Space Rock und Post Rock ebenso ans Herz zu legen wie jenen, die ihr Glück eher in jazzigen Bereichen oder dem Ambient gefunden haben.

Orchard – Serendipity
22.09.17 | Ambient, Instrumental, Spacerock
Vinyl, CD | Ici d’ailleuirs, Mind Travels Series

1. A Day, Staring At Eternity
2. Drawn With The Wind
3. After All The Sun Is Awakening
4. Frucification
5. We Host You

Aidan Baker – Gitarren
Gaspar Claus – Cello
Franck Laurino – Schlagzeug
Maxime Tisserand – Holzblasinstrumente

https://www.facebook.com/pg/OrchardTB
http://www.icidailleurs.com/
http://mindtravelsseries.com/

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