Palace Winter – Waiting For The World To Turn

Palace Winter - Waiting For The World To TurnDie Promo von „Waiting For The World To Turn“ liegt schon seit geraumer Zeit bei mir herum, jedoch habe ich mich erst vor kurzem getraut, nun auch mal endlich rein zu hören. Ich war von der großartigen Debüt-EP „Medication“ richtig angetan, und bin es noch immer. Entsprechend groß war die Vorfreude auf das erste Album des dänisch-australischen Duos. Mit dem Hinauszögern steigerte ich einerseits die Vorfreude, welche ja bekanntlich die schönste Freude ist, andererseits schob ich eine mögliche Enttäuschung auf die lange Bank. Aber egal, die Veröffentlichung steht kurz bevor, allerhöchste Zeit für mich mir „Waiting For The World To Turn“ genauer anzuhören.

PALACE WINTER zelebrieren auf ihrem ersten Studioalbum überaus gefällige und gut zugängliche Gute-Laune-Musik, die den Charakter der EP aufgreift und fortführt, ihn aber nicht eins zu eins kopiert. Es ist ein sehr vielseitiges Album geworden, das teils verträumt und poppig ist, aber auch psychedelische Anwandlungen aufweist und gelegentliche Ausflüge in den Synthiesound 80iger nicht scheut. Die neuen Lieder sind in ihrer Summe, im Kontext des Ganzen betrachtet, womöglich etwas subtiler ausgefallen als die EP. Es dauert jedenfalls etwas länger bis sich die Stücke zu Ohrwürmern entwickeln und im Gedächtnis verweilen.

So oder so ist „Waiting For The World To Turn“ von polyphonen Arrangements durchzogen. PALACE WINTER greifen auf zahlreiche Instrumente und Effekte zurück. Neben der Akustikgitarre, die bisweilen an Countrymusik erinnert, sind eben auch die bereits erwähnten Synthieklänge aber auch Piano oder monotone Drum-Einlagen zu hören. Es ist ein buntes und sehr facettenreiches Album, welches durch die unzählbaren Details und Kleinigkeiten zu echter Größe findet. Die immense Vielzahl der dezenten Arrangements an den einzelnen Klangkörpern macht das Werk so interessant. Einerseits ist die Scheibe homogen, was den Hörfluss und die Stimmung betrifft, andererseits sind die Lieder einzeln betrachtet aber überaus unterschiedlich und kontrastiert. Jedes Lied vermag eine ganz eigene Atmosphäre zu erschaffen, jedes Lied ist imstande eine eigene Geschichte zu erzählen und dadurch das Kopfkino zu aktivieren. In gewisser Weise ist es ein Album der vielen, leisen Zwischentöne, vielleicht ist genau das seine wahre Größe.

Palace Winter (Band)
© Robert Lund

Nach der starken EP legen PALACE WINTER ein nicht weniger gelungenes Album nach. Es geht womöglich nicht sofort ins Ohr wie einst „Medication“ und bedarf vielleicht einiger Durchläufe, dafür gibt es aber auch enorm viel zu entdecken, und das braucht einfach Zeit. Lange Rede, kurzer Sinn: Wer schon die EP mochte wird auch „Waiting For The World To Turn“ mögen und alle die PALACE WINTER bisher nicht kannten, sollten unbedingt rein hören. Selten war Alternative Rock so vielseitig und charmant.

Palace Winter – Waiting For The World To Turn
03.06.2016 | Alternative Rock
Vinyl / Digital| Tambourhinoceros

1. Dune Wind
2. Hearts To Kill
3. Positron
4. Soft Machine
5. H.W. Running
6. What Happened
7. Proclamation Day
8. Dependance
9. Independence

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