Queen Elephantine – Omen

Queen Elephantine - Omen„Omen“ ist ein überaus merkwürdiges Werk. Trotz der Länge von rund 70 Minuten gilt das Teil als EP, die eine retrospektive der Bandgeschichte darstellt und Liedgut aus verschiedenen Schaffensperioden enthält. Das erklärt die immense Divergenz der einzelnen Lieder, die größer kaum sein könnte. Fast jedes Lied fühlt sich anders an, die stilistische Bandbreite ist schier grenzenlos.

Den Anfang macht das zäh schleppende Titelstück „Omen“, welches auf mich irgendwie eine eigenartige 80iger-Jahre-New-Wave-Atmosphäre versprüht. Dies liegt vor allem am Gesang, der mich unter anderem an DEPECHE MODE erinnert. Dies klingt interessant, denn diese Kombination hat etwas sehr latent Melancholisches und zugleich auch Beruhigendes. Das nachfolgende „The Sea Goat“ ist dann gitarrenbetonter Doom mit Stoner Anleihen, der durch einen giftigen Gesang und dreckige Gitarren auffällt. Im Vergleich zum Rest des Albums ist es das mit Abstand lebendigste Lied der EP.

Wieder gänzlich anders präsentieren sich QUEEN ELEPHANTINE in „Gamma“. Das Lied ist über zehn Minuten lang und extrem monoton. Es ist hypnotisch und einschläfernd, da überaus ruhig und langsam. Es wird lediglich eine leicht orientalisch wirkende Melodie zelebriert, was ich sterbenslangweilig finde. Übertroffen wird dieser zähe Drone aber mit „Search For The Deathless State“, das achtzehn Minuten andauert und gleichfalls absolut monoton ist. Hier gibt es jedoch lakonischen Gesang und eine tief drückende Bassgitarre, deren Melodie mir zwar gefällt, die mich jedoch nicht achtzehn Minuten zu fesseln vermag.

In anderen Liedern ergehen sich QUEEN ELEPHANTINE in langen instrumentalen Darbietungen, in denen orientalische Klänge mit ruhigen psychedelischen Tönen und Drone vermischt werden. Das Ganze ist stets ruhig und stellenweise abstrakt. Immer wieder erinnern mich QUEEN ELEPHANTINE mit ihrer eigenartigen Musik an EARTH.

Für mich ist „Omen“ jedenfalls nichts. Ich empfinde den meditativen Drone als viel zu langweilig und ruhig. Ganz ähnlich ergeht es mir auch mit vielen Stücken von EARTH. Vielleicht ist dies ein ganz guter Hinweis um schon mal innerlich abstecken zu können, ob „Omen“ etwas für einen sein könnte. Da die EP digital über viele Kanäle veröffentlicht wurde, kann ein Reinhören also nicht schaden.

Queen Elephantine – Omen
2015 | Drone / Doom / Psychedelic / Oriental / Experimentell
Digital | Atypeek Music

1. Omen
2. The Sea Goat
3. Gamma
4. Morning Three
5. Search For The Deathless State
6. Horseman
7. 1000 Years
8. Shamanic Procession

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