Spook – Blurred Head And Scrambled Eggs

Spook - Blurred Head And Scambled EggsDas Lausanner Trio SPOOK scheint ein musikalischer Vertreter der introvertierten Sorte zu sein. So wird auf eine Präsenz im Internet verzichtet und auch der Informationsgehalt des Digipaks ist auf ein absolutes Mindestmaß reduziert. Dies lässt sich auch über die schlichte optische Aufmachung desselbigen sagen, mehr als die Fotografie einer asiatischen Fabrik ist nämlich nicht zu sehen. Was diese mit der Musik zu tun hat? Vermutlich gar nichts. Der Name des Albums ist gleichfalls ein interessanter aber sinnfreier Satz. In gewisser Weise kann man dies auf die Musik übertragen, sofern man Willens ist und sich gerne mit freier Improvisationsmusik und Geräuschakrobatik beschäftigt.

SPOOK machen experimentelle Musik, die vor allem eines ist: Lärm. Die drei Schweizer arbeiten mit vielerlei Geräuschen und Klängen, die absolut entfremdet aus den Lautsprechern schwingen. Über weite Strecken des Albums fehlt ein Rhythmus, und auch wenn das Schlagzeug zu hören ist, sind herkömmliche Rhythmen rar gesät. Vielmehr konzentrieren sich SPOOK auf obskure Klangexperimente. Dabei kommt einiges bei heraus, was der geneigte Hörer und Freund des experimentellen Lärms als interessant erachten könnte. Wer dafür keinen Nerv hat, der wird „Blurred Head And Scrambled Eggs“ sicherlich hassen und es als Beleidigung empfinden, wenn man das Musik nennt.

Mir gehen die Arrangements teilweise auch gehörig auf die Nerven. Die form- und raumlosen Geräusche sind nicht immer leicht zu ertragen. Doch SPOOK fordern den Hörer nicht nur mit Lärm heraus, hin und wieder gibt es innerhalb eines Tracks einfach mal Stille oder extrem leise Arrangements. Da ist dann auch mal gar nichts zu hören und mitten in einem Titel sorgen derlei Überraschungen durchaus für Irritationen, jedenfalls erging es mir so. Obschon mich SPOOK mit ihrer improvisierten Kakofonie fordern und an die Grenze bringen, gibt es Parts die mir gefallen. Da verdichten sich elektronische Klänge und die oftmals unkenntlich verzerrte Violine zu düsteren und makabren Klangwolken, mit denen ich mich dann durchaus anfreunden kann.

Spook
© Grégoire Pépiot

Auf „Blurred Head And Scrambled Eggs“ gibt es sehr spezielle Musik, die stellenweise grässlich und anstrengend ist, die aber auch sehr interessante sowie düstere Geräuschkulissen ausbreitet. Immer dann, wenn sich SPOOK dazu entschließen den freien Krach in ein rhythmisches Korsett zu zwängen, fangen sie an mir Spaß zu machen. Wer sich gerne mit experimenteller und improvisierter Musik (Lärm, Geräusche!) beschäftigt, darf SPOOK gerne mal probieren. Allen anderen sei geraten hier einen großen Bogen herum zu machen.

Spook – Blurred Head And Scrambled Eggs
2016 | Noise
Digital / CD | Atypeek Music

1. Blurred Head And Scrambled Eggs
2. Grand Parade In Bottens Part 1
3. Grand Parade In Bottens Part 2
4. Grand Parade In Bottens Part 4
5. Shall We Go?
6. Godzilla
7. Devil Dayan On His Motorcycle
8. Flamingo Friday Party

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