Svin – Svin

Svin - SvinDie dritte und schlicht selbstbetitelte Veröffentlichung des dänischen Quartetts SVIN ist eine amüsant eigenwillige und experimentelle Mischung aus Jazz sowie diversen Rock-Stilen. Das Werk umfasst sechs Lieder und dauert gerade mal 28 Minuten, doch mir erscheint „Svin“ wesentlich länger. Die sechs Titel sind zum Teil überaus unterschiedlich, stilistisch als auch atmosphärisch, weshalb die Scheibe gefühlte Stunden dauert, und nicht nur eine knappe halbe Stunde.

Mit dem Opener „Maharaja“ verschmelzen Jazz und Drone zu einer energiegeladenen Nummer, die sowohl zäh und monoton als auch lebendig, auffordernd und rhythmisch ist. Ich empfinde gerade die Vermischung und Abwechslung von monotonen Drone-Parts mit schepperndem Noise Rock als faszinierend. In „Alt“, welches überaus ruhig ist und in dem Klarinette und Akustikgitarre zu hören sind, fühle ich mich vor allem von der Anfangsmelodie an das französische Kinderlied „Bruder Jakob“ erinnert, wobei dies sicherlich ein Zufall ist, zumal das Lied im weiteren Verlauf einen leichten orientalischen Touch bekommt und die Gitarre stellenweise einer Harfe gleicht.

Wieder etwas ganz anderes gibt es in „Fede Piger“, dem längsten und letzten Stück zu hören. Das Lied beginnt leise, ruhig und minimalistisch. Anfänglich ist nur ein Instrument zu hören, irgendwann kommt ein zweites hinzu, dann ein drittes und so fort. Die Musik wird ganz allmählich lauter, intensiver und facettenreicher. Mich erinnert diese Klangarchitektur an „Boléro“ von Maurice Ravel. Der dramatische und intensive Effekt ist durchaus vergleichbar, auch wenn SVIN natürlich auf ganz anderen musikalischen Pfaden wandeln.

Das Album ist zwar nicht mehr ganz taufrisch, doch Freunden experimenteller jazziger Klänge wärmstens zu empfehlen. Was mich an dem Album beeindruckt ist die elegante und lässige Vielfalt, die einen vergessen lässt, es hier mit einem relativ kurzen Werk zu tun zu haben. Wie gesagt, die 28 Minuten wirken wesentlich länger. Im Mai gehen SVIN übrigens auf große Europa Tournee, welche die Dänen auch nach Deutschland führen wird.

Svin – Svin
2014 | PonyRec
Vinyl / CD / Digital | Experimental / Jazz

1. Maharaja
2. Arktis
3. Alt
4. Fuck John
5. Satan
6. Fede Piger

http://www.svin-music.com/
https://www.facebook.com/SVINmusic
https://svin.bandcamp.com/
http://www.ponyrec.com/

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