Traktor – Mean Business

Traktor - Mean BusinessDer Name des neuen Albums von TRAKTOR aus Schweden ist Programm und wörtlich gemeint. Die Musikbranche ist ein ‚hartes Geschäft‘, weshalb die Band und das Label einen ungewöhnlichen Weg gehen. In zwei Tagen wird „Mean Business“ zunächst nur digital veröffentlicht werden. Sobald 150 bezahlte Downloads zusammengekommen sind, wird es eine Vinylversion geben. Jeder von den 150 ersten Käufern kann das Vinyl dann für die Erstattung der Versandkosten bekommen. TRAKTOR wollen außerdem versuchen die Platten nicht nur aus Schweden zu versenden, da die Portokosten dort sehr hoch sein sollen. Man möchte auch aus anderen Ländern versenden um das Porto für den Käufer gering zu halten. Außerdem soll es die Möglichkeit geben sich das Album in einigen europäischen Großstädten abholen zu können, darunter Berlin, Helsinki und Oslo. Ein interessanter und für mich völlig neuer Ansatz der Distribution. Begründet wird dies mit einer grundsätzlichen konsumkritischen sowie nachhaltigen Haltung. Man möchte die Umwelt schonen und nicht unnötig Ressourcen und Geld verbraten, stattdessen kann man abschätzen ob und wie groß der Bedarf an einer Vinylpressung ist und entsprechend produzieren. Die Möglichkeit „Mean Business“ über Anbieter wie Spotify streamen zu können wird es erst mit der Veröffentlichung des Vinyls geben. Da dies aber kein Wirtschaftsaufsatz ist, werde ich wohl noch etwas über die Musik schreiben müssen, obgleich ich das Anliegen sehr interessant finde.

Für TRAKTOR ist „Mean Business“ das bereits vierte Album, EPs und Splits mal außen vor gelassen. Die Schweden sind schon einige Jahre dabei und entsprechend stimmig und professionell hören sich die zehn neuen Lieder auch an. TRAKTOR vermischen Punk, Indie Rock und eine unterschwellige Grunge-Atmosphäre miteinander. Die Gitarren sind sehr präsent und stehen gemeinsam mit dem lebhaften Gesang im Mittelpunkt. TRAKTOR treten hochgradig dynamisch, voranpreschend und fordernd auf. Es ist viel sehr los, nahezu durchgängig ist etwas in Bewegung. Wiederholungen und monotone Parts sind rar gesät, stattdessen treten TRAKTOR agil wie Hochleistungssportler auf.

Traktor (Band)Während mich die Riffs und Melodien von Anfang an mitnehmen und begeistern, hadere ich ein wenig mit dem Hauptgesang. Es gibt sehr viel Text, die Strophen sind lang und der recht laute Gesang nervt mich gelegentlich. Nicht immer, manchmal finde ich ihn richtig gut, aber manchmal eben auch eine Spur zu aufdringlich. Bei einigen hohen Tönen ist die Stimme kurz davor sich zu überschlagen, was sich durchaus mit leidenschaftlicher Hingabe erklären lässt. Dieser Gesang ist bestimmt nicht jedermanns Sache, dennoch passt er stimmig ins Gesamtpaket.

Musikalisch gefällt mir „Mean Business“ jedenfalls sehr gut. Es ist ein Album welches Spaß macht und welches entgegen des ernsten Themas für viel gute Laune sorgt. TRAKTOR erinnern mich hier immer wieder an „No Wives“ von FALLING STACKS, eine Platte mit vergleichbarem Gute-Laune-Faktor. „Mean Business“ wurde übrigens in einer verlassenen Schule eingespielt, womit ich wieder beim Aspekt der Nachhaltigkeit angekommen bin und den so begonnenen Kreis schließen werde.

Kurz: Wer auf gitarrenlastigen punkigen Alternative Rock steht, der sollte sich „Mean Business“ unbedingt geben. Unterstützenswert ist das Projekt allemal!

Traktor – Mean Business
11.02.2016 | Post Hardcore / Indie Rock
Digital / Vinyl | Altas Rec

1. Senter
2. First Skin Blood
3. Omega
4. W.T.R.R.
5. The Secret
6. No Filter
7. Follow The Trail
8. Daggers & Feathers
9. The Cause And Cure
10. Wizard Of Choice

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