Tripes – Suicide Jazz

Tripes - Suicide JazzGewagter Name, gewagtes Artwork. Das französische Trio TRIPES scheint mit seinem Debüt polarisieren, zumindest aber auffallen zu wollen. Beim Betrachten des Covers und beim Sinnieren über den Namen der Platte kam mir keinesfalls jenes in den Sinn, welches sich letztlich auf dem Album verbirgt.

Das Trio, bestehend aus Jean Brice Godet (Klarinette), Julien Chamla (Schlagzeug) und Marco Quaresimin (Kontrabass) spielt minimalistischen, entrückten und monotonen Jazz. Die zwei überlangen Lieder, die gemeinsam auf 40 Minuten kommen, beherbergen improvisierte Klangarchitekturen mit starkem hypnotisierendem Charakter.

Dabei stehen vor allem die Klarinette und der Kontrabass im Mittelpunkt. Beide Instrumente erzeugen monotone und lang anhaltende Harmonien und Sphären, die nicht immer sonor und leicht zugänglich sind. Aufgrund der Länge und der sich sich selbst verstärkenden Repetition, des Leisen und des Lauten, bekommen die Arrangements nicht nur einen hypnotisierenden Sog, vor allem in „Omnia Vanitas“ verdichtet sich dieser Sog zu einer rituellen und schamanenhaften Mystik.

TRIPES haben mit „Suicide Jazz“ ein interessantes und eingängiges Debüt hingelegt, welches ganz sicher im Ohr bleibt. Es ist spezielle Musik für besondere Momente der Entschleunigung, des Abschaltens und des Sich-aus-der-Welt-nehmens.

Tripes – Suicide Jazz
2015 | Jazz
CD / Digital | Atypeek Music / Coax Records

1. Why Tripes?
2. Omnia Vanitas

http://www.tripes.eu/Tripes.html
https://www.facebook.com/tripesisatrio
https://tripescerebrales.bandcamp.com/
http://www.atypeekmusic.com/Atypeek_Music.html
http://collectifcoax.com/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.