Tristan da Cunha – Soçobrar

Tristan da Cunha - SoçobrarDas kleine Züricher Label Cruel Bones hat sich der wunderschönen Kassettenveröffentlichung des Debüts von TRISTAN DA CUNHA angenommen. Es ist ein italienisches Duo, welches sich erst im August 2016 gründete und herrlichen Instrumental Rock spielt.

Der Bandname bezieht sich auf die gleichnamige Insel im Südpazifik, die auf halber Strecke zwischen Südafrika und Südamerika liegt. Jedes der vier Lieder wurde vom Wunder dieses Eilandes inspiriert. Obwohl man dort englisch spricht, entschieden sich TRISTAN DA CUNHA die Lieder auf Portugiesisch anzugeben, weil es ihrer Meinung nach den Geist der Insel und dessen Sehnsucht besser trifft.

Es ist aber nicht nur der ideelle Unterbau, der TRISTAN DA CUNHA und das Debüt „Soçobrar“ interessant macht. Auch das Eigentliche, die Musik, erweist sich als wirkungsmächtig. Instrumental Rock hört man ja allerorten, unter dem Banner des Post Rocks wird einem viel geboten. Was mir hier so außerordentlich gut gefällt, ist die klangliche Natürlichkeit. TRISTAN DA CUNHA spielen langsame, instrumentale Rockmusik, die auffällig ungeschliffen und unpoliert ist, und deshalb auch etwas rau und schroff wirkt. Das fällt sowohl am Gitarrenklang als auch am bisweilen scheppernden Schlagzeug auf, dessen Felle und Becken zischeln und stampfen, wie ich es einst bei einigen Black-Metal-Demos lieben lernte.

Dass sich Schönheit und Schroffheit nicht ausschließen müssen, weiß jeder, der schon mal an einer wilden, verklüfteten Küste stand, wie es sie auch bestimmt auf der Insel im Südpazifik gibt.

Tristan da Cunha - Soçobrar (Kassette)Die Musik auf „Soçobrar“ ist nicht nur ungeschliffen, sie hat auch einen leicht melancholischen Unterton, der mich immer wieder an depressiven Black Metal oder Doom erinnert, was aber, darauf bestehe ich, gänzlich dem Klang und dem damit assoziierten Gefühl zuzuschreiben ist. Ich liebe diesen Klang einfach, und wenn TRISTAN DA CUNHA dann auch noch, wie im Rausschmeißer „Campo de Fogo“, liebliche und behutsam gespielte Melodien mit lauten und kraftvollen Einschüben verbinden, ist meine Gänsehaut perfekt.

Ich hoffe sehr, dass TRISTAN DA CUNHA sich nach dieser Veröffentlichung nicht wieder auflösen, zumal beide Musiker auch noch mit anderen Bands und Projekten zugange sind. Für mich ist „Soçobrar“ jedenfalls eine nahezu perfekte Veröffentlichung, die mein Lieblingsformat, die Kassette, mit meinem Lieblingsklang verbindet.

Tristan da Cunha – Soçobrar
25.07.2017 | Instrumental, Post Rock
Kassette | Cruel Bones

1. Pico a Rainha
2. Ilha Inacessível
3. The Settlement
4. Campo de Fogo

Francesco Vara – Gitarren
Luca Scotti – Schlagzeug

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