Ultra Panda – The New Bear

Ultra Panda - The New BearWenn man sich das bunte Cover mit den Plastikenten und den Bandnamen anschaut, dann scheinen ULTRA PANDA Spaßgesellen zu sein, die es sinnbefreit und willkürlich mögen. Ob man dies nun stilsicher und kunstvoll findet ist einem selbst überlassen, ich mag solche Anti-Kunst gern. Und es passt zur Musik, die ULTRA PANDA auf ihrer neuen Digital-EP „The New Bear“ hinterließen.

Die EP enthält vier sehr unterschiedliche Lieder, die dem ersten Eindruck nach miteinander kaum etwas zu tun haben. ULTRA PANDA verzichten in radikaler Weise auf einen stilistischen roten Faden, der durch das Werk geleitet. Stattdessen überraschen die Franzosen und stellen die Welt auf den Kopf.

Mit dem Opener „Hunter“ beginnt die EP recht tanzbar, handelt es sich bei dem Stück doch um lebhaften und unsteten Elektro-Pop, der auf den vordergründigen Gesang und Keyboards fußt. Der Rhythmus geht gleichförmig dahin, während Keyboards und Gitarren für Dynamik sorgen. Beim ersten Mal nervte mich das Lied zunächst, doch inzwischen gefällt es mir mit jedem weiteren Durchlauf immer besser.

Nachdem „Hunter“ eher lebendig und tanzbar war, verändern ULTRA PANDA mit dem nächsten Lied „New Bear“ alles. Hier agiert das Trio um ein Vielfaches minimalistischer. Ein sehr markantes Merkmal des Liedes ist die großartige Basslinie, die Dreh- und Angelpunkt ist. Um diese sehr präsente und laute Basslinie bauen sich Gesang, Melodik und Schlagzeug herum auf. Das Ganze ist sehr reduziert und über weite Strecken monoton, dabei aber extrem wirkungsvoll. Gesanglich geht man hier in die 80iger zurück und erinnert ein wenig an Wave und Post-Punk.

Laut, lärmend und sehr punkig geht es dann mit „Dark Knight“ weiter. Es ist eine sehr rockige, schnelle und antreibende Nummer. Mit dem Lied schütteln und rütteln mich ULTRA PANDA, wecken in mir das Bedürfnis zu zappeln und zu pogen. Kontrastreicher und gegensätzlicher kann man den Wechsel zwischen zwei Liedern kaum gestalten. Und auch in „Dark Knight“ tritt immer wieder eine sehr präsente und wuchtige Basslinie vor, einfach wunderbar.

Ultra Panda (Band)Im abschließenden „MTGMA“ wird es dann wieder etwas ruhiger, wobei die Bassgitarre auch hier für ordentlich Druck und kraftvolle Dynamik sorgt. Doch gefühlvoller, fast schon ins soulige übergleitender Gesang, und bombastische Streicher-Akzente verleihen dem Lied eine tragende, dramatische und emotionale Tiefe.

Wenn ich mich nicht irre, dann habe ich bei einer derart kurzen EP (knapp fünfzehn Minuten) noch nie einen so langen Text wie hier geschrieben. Ich finde „The New Bear“ einfach großartig. Eine wirklich tolle EP, deren bunter und wilder Stilmix mir voll zusagt. Die sehr unterschiedlichen Lieder, das seltsame Cover und der skurrile Bandname, all dies passt letztlich hervorragend zueinander. Ich kann mir gut vorstellen dass nicht wenige mit ULTRA PANDA und „The New Bear“ wenig bis gar nichts anfangen können, doch die, die es können, werden sehr viel Spaß mit dem Trio haben!

Ultra Panda – The New Bear
2016 | Experimenteller Alternative Rock
Digital | Atypeek Music

1. Hunter
2. New Bear
3. Dark Knight
4. MTGMA (feat. Quatuor 440Hz)

https://www.facebook.com/pandapandarunrun | https://ultrapanda.bandcamp.com/releases
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