Wobbler – From Silence To Somewhere

Wobbler - From Silence To SomewhereDas norwegische Quintett WOBBLER liefert mir mit seinem vierten Album „From Silence To Somewhere“ einen weiteren Grund, mit Prog Rock nicht warm zu werden. Für meine Bedürfnisse ist da einfach viel zu viel los.

Die Scheibe ist sehr munter und melodisch, manchmal sogar übertrieben fröhlich. So erinnern mich einige Parts im überlangen Titelstück an Mittelaltermusik, die ich noch nie ausstehen konnte. Auf mich wirken die melodischen Arrangements mit den hohen Gesängen, Flöten, Mellotron, Moog, Hammond und anderen analogen Keyboards mitunter wie übertrieben melodisches Gehüpfe. Vor allem wenn der Gesang auf die lebhafte und vielfältige Orchestrierung trifft, strapazieren WOBBLER mein Nervenkostüm massiv.

Den Instrumentalparts kann ich hingegen bisweilen durchaus etwas Positives abgewinnen, denn schlecht gemacht ist die Musik natürlich nicht. Die Norweger verstehen ihr Handwerk und wissen was sie tun, das kann man deutlich hören, auch wenn man die Musik als solche nicht mag. Mir gefällt beispielsweise, wie die Bassgitarre zu hören ist. Sie tritt recht prominent in Erscheinung und hat einen wohligen, warmen Klangkörper, der das betonte melodische Treiben ein wenig in die Schranken zu weisen scheint. Aber das sind nur kurze, kleine Momente, die im komplexen Prog-Rock-Nebel fast untergehen.

Wobbler
Foto: Terje Skår

WOBBLER machen Musik, die man entweder liebt oder hasst. Ich glaube, viel dazwischen gibt es nicht. Entweder geht man voll auf und wird ob der opulenten Arrangements elektrisiert und in Ekstase versetzt, oder man verspürt einen Fluchtreflex und will ausschalten.

Wobbler – From Silence To Somewhere
20.10.17 | Prog Rock
Vinyl, CD, Digital | Karisma Records

1. From Silence To Somewhere
2. Rendered In Shades Of Green
3. Fermented Hours
4. Foxlight

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