Yagow – Yagow

Yagow - YagowWenn man im kleinen und beschaulichen Saarland lebt, ist es wohl nur eine Frage der Zeit bis man sich nach etwas Größerem und Weiterem sehnt. So erging es vermutlich auch dem Saarbrücker Trio YAGOW, die mit ihrem psychedelischen Space-Krautrock-Debütalbum den Pferdekopfnebel besuchen und nackt auf dem Mond tanzen wollen.

Das Album umfasst sechs Lieder, die anziehend und einnehmend sind und den Hörer von Anfang an in ein „Paralleluniversum der Ruhe und Ausgeglichenheit“ entführen. Dabei funktioniert „Yagow“ kleinteilig und im Ganzen. Die einzelnen Lieder stellen für sich genommen ein ebenso seeliges und verführerisches Erlebnis dar, wie auch das komplette Album. Man kann es von hinten nach vorne hören, in der Mitte anfangen oder Lieder einfach überspringen. Es funktioniert trotzdem und verliert nichts von seinem Reiz. So unendlich das All ist, so endlos ist auch der Orbit in dem sich YAGOW befinden.

Die Arrangements sind weitgehend vornehm zurückhaltend. Die Gitarren verknüpfen psychedelischen Space Rock der 60iger und 70iger mit zeitgemäßen Stoner. Dann und wann scheint auch eine dezente zähe Doomigkeit durch, die sich aber nicht dauerhaft materialisieren kann, da Gitarrist und Sänger Jan Werner mit seinen schemenhaften Gesängen ein rituell-hypnotisch-psychedelisches Gebot artikuliert, welches Schwere durch Sphäre ersetzt.

„Yagow“ ist einerseits einheitlich und gleichmäßig, andererseits aber auch vielseitig und facettenreich. Zudem wird es mit jedem Umlauf besser, da sich mit jedem neuen Durchgang eine andere Schicht offenbart. Man kann immer wieder etwas Neues entdecken, was zuvor im Pferdekopfnebel noch verdeckt schien.

YagowDas Trio legt ein wahrlich schönes und stimmiges Debütalbum vor, welches mir persönlich vor allem der Gitarren wegen gefällt. Denn YAGOW arrangierten geschickt subtile Harmonien mit auffälligen Riffs und einem Klang, der die Gitarren bisweilen etwas angeraut erklingen lässt. Somit ist alles vorhanden, was ein gutes Album braucht.

Das schwarze Vinyl kommt in einer strikten Auflage von 300 Stück in einem zweifarbigen Cover mit Animationseffekt.

Yagow – Yagow
16.06.2017 | Psychedelic Rock
Vinyl, CD, Digital | Crazysane Records

1. Horsehead Nebula
2. Snake Charmer
3. Moss & Mint
4. Time To Get Rid Of It
5. Non-Contractual
6. Nude-On-The-Moon Dance

Marc Schönwald – Schlagzeug, Perkussion
Jan Werner – Gesang, Gitarre, Drones
Axel Rothhaar – Bass
Kai Pfeifer – Bass (Non-Contractual)

http://yagow.net/ | https://www.facebook.com/magicyagow
http://crazysanerecords.com/ | https://www.facebook.com/crazysanerecords | https://crazysanerecords.bandcamp.com/

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