Zeus! – Motomonotono

Zeus! - MotomonotonoWer es abgefahren, abstrakt und lärmend mag, der sollte unbedingt weiterlesen denn das italienische Duo ZEUS! hat in dieser Hinsicht einiges auf dem Kasten. Wem chaotisches Geschepper jedoch zuwider ist, der muss um das neue Album „Motomonotono“ einen großen Bogen machen.

ZEUS! gründeten sich 2009 und mit „Motomonotono“ wird am 15. September das dritte Album erscheinen. Das Besondere an dem Duo ist wohl der Verzicht auf die E-Gitarre. Stattdessen lärmen man lediglich mit Bassgitarre und Schlagzeug, gelegentlich sind Gesang oder auch atmosphärische Geräusche zu hören. Obwohl ZEUS! nicht dem typischen Gebaren einer Band entsprechen, machen Luca Cavina als Bassist und Sänger sowie Schlagzeuger Paolo Mongardi mächtigen Alarm.

Die Lieder sind überaus kraftvoll und mitreißend, dies wird schon gleich mit dem Opener „Enemy E Core“ deutlich. Ein vertrackter vorpreschender Rhythmus ebnet der dynamischen Bassgitarre den Weg. Die Zutaten sind denkbar einfach, dennoch ergibt die Verbindung aus Bass und Schlagzeug eine komplizierte und fordernde Atmosphäre. Nach rund zweieinhalb Minuten kommt ziemlich überraschend eine kurze Gesangseinlage, die dem Lied zusätzlich etwas Schräges und Lärmendes verleiht, da Luca heiser keift und schreit.

Zeus!Rhyhtmisch und melodisch agieren ZEUS! eigenwillig, sprunghaft und dynamisch. Immer wieder künden schnelle eruptive Ausbrüche von vielfältigen Einflüssen aus Punk, Hardcore, Grind und Metal. Am Ende von „Colon Hell“ gibt es eine böse Punk-Hardcore-Attacke, die heftig, harsch, laut und brutal ist. Ebenfalls heftig aber in einer anderen Art und Weise ist das nachfolgende „Forza Bruta Ram“. Am Anfang klingt die Bassgitarre knarzend und schlecht gelaunt, doch allmählich kommen ZEUS! in Fahrt und der abstrakte Noise Rock verwandelt sich in einen schnellen metallischen Sturm, den man so auch bei einer Black-Metal-Band hören könnte die hohes Tempo mit atmosphärischer Hintergrundbegleitung kombiniert. Mir gefällt dieser Part jedenfalls unheimlich gut, nicht nur weil ich ihn musikalisch und atmosphärisch als überaus gelungen erachte sondern auch weil es ein fulminanter Seitenhieb und Kontrast ist.

Gerade diese immense Vielfalt der unterschiedlichsten Stile macht „Motomonotono“ letztlich so spannend und zugleich auch überraschend. Sicherlich ist die Idee mit der Vermischung von Math Rock, Noise Rock, Punk und Hardcore zu experimentieren nicht neu, aber ZEUS! machen dies erfrischend frech und unkonventionell und mit einer gewissen rotzigen Punk-Attitüde. „Motomonotono“ ist ganz sicher vieles, eines ist die Platte jedoch nicht: gefällig. Es gibt Ecken und Kanten, manchmal wird das Abgehackte und Abstrakte etwas anstrengend, doch im gleichen Saitenanschlag entschädigen ZEUS! einen mit wahnwitziger und lebendiger Energie.

Zeus! – Motomonotono
2015 | Math Rock / Noise Rock / Metal
CD/Vinyl/Digital | Three One G / Tannen Records / Sangue Dischi

1. Enemy E Core
2. Colon Hell
3. Forza Bruta Ram Attack
4. San Leather
5. Krakatoa
6. Panta Reich
7. All You Grind Is Love
8. Rococock Fight
9. Shitfing
10. Phase Terminale

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