Caudal – Fight Cry Fight

Caudal - Fight Cry Fight (Tape Cover)Mit ihrem neuen Album „Fight Cry Fight“ gelang es den drei Trancepunkern doch glatt, mich zu überraschen. Das neue Album ist kleinteiliger, und damit auch dynamischer geworden. Während CAUDAL bisher auf lange Lieder setzten und eine Veröffentlichung maximal vier Stücke aufwies, kommt „Fight Cry Fight“ mit neun (digital) bzw. zehn (Kassette) Arrangements.

Das Trio ist sich zwar treu geblieben, jedoch ohne im Stillstand zu verharren. Im Vordergrund stehen nach wie vor ruhige Instrumentalarrangements, allerdings gibt es im Detail die eine und andere Variation oder Neuerung, die das neue Album von vorherigen Veröffentlichungen ein wenig unterscheidbar macht. Immer wieder mal sind Synthesizer- oder Keyboards begleitend zu hören. Deren sphärische Harmonien lockern das Ganze luftig auf und verleihen der Musik eine besondere Note. Der Einsatz ist zwar kein Novum, doch in der hier vorliegenden Prägung durchaus eine Neuerung, die sich übrigens hervorragend in die Orchestrierung aus Gitarre, Bass und Schlagzeug einfügt.

Aber auch der eine und andere flott gespielte Part sorgt für Kontrastierung und Dynamik. In „Duele“, welches am Ende des Albums zu hören ist, wird es für CAUDALs Verhältnisse antreibend schnell und auch laut. Es ist ein energisches und aufrüttelndes, in Teilen regelrecht lärmendes Arrangement, zumal der davor liegende Track doch ziemlich zurückhaltend und entspannend war. Das sind dann solche Momente und Kontraste, für die ich CAUDAL liebe. Da stehen drei Musiker mit drei unterschiedlichen Instrumenten, und sie spielen einfach nur Instrumentalmusik. Die Voraussetzungen sind denkbar minimalistisch. Trotzdem sind sie in der Lage so unbeschreiblich vielfältige und emotionale Musik zu kreieren, dass ich Gänsehaut bekomme. Das finde ich immer wieder faszinierend, das hat für mich eine ganz besondere Magie.

Mit dem Lied „Slope“ gibt es auf „Fight Cry Fight“ einen alten Bekannten, denn das Lied befindet sich auch auf der EP „slope/land“. Allerdings ist es dort doppelt so lang und die neu eingespielte Version klingt differenzierter und klarer, was neue Aspekte offenbart. „Slope“ fügt sich so jedenfalls perfekt ins Album ein und fällt kaum als ‚Wiederholung‘ auf.

Caudal - Fight Cry Fight (Tape)„Fight Cry Fight“ ist ein tolles und besonderes Album. Es ist vielfältig und fantastisch arrangiert. Jedes einzelne Instrument kommt herrlich zur Geltung, die Melodien sind traumhaft und auch das atmosphärische Gesamtmoment wurde fein komponiert. „Fight Cry Fight“ ist anders, und doch auch nicht. Wirklich etwas Neues haben CAUDAL nicht gemacht. Schnellere Arrangements, laute Parts oder elektronische Klänge gab es auch schon früher. Doch die Kleinteiligkeit und die daraus resultierende Dynamik, sowie die damit einhergehende gefühlte Wahrnehmung sind anders und neu. Für mich ist es definitiv ein überragendes Album in einer außergewöhnlichen Diskographie.

Caudal – Fight Cry Fight
2018 | Instrumental Rock, Drone
Kassette, Digital | Katuktu Collective

1. Intro
2. Well, I Suppose
3. Divisible
4. Slope
5. Flourish
6. Low Red
7. Sunwashed
8. The Blue Meds
9. Duelo
10. Outro *

*nur auf Kassette

Aidan Baker – Gitarre
Felipe Salazar – Schlagzeug
Gareth Sweeney – Bass

https://www.facebook.com/CaudalTrio/
https://www.facebook.com/katuktucollective | https://katuktucollective.bandcamp.com/

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