Fotocrime – Principle Of Pain

Fotocrime - Principle Of PainEine behutsame Melange aus Post Punk, Wave und Gothic ist auf „Principle Of Pain“ zu hören. Das Album ist zurückhaltend und bedächtig, es ist eine leise und gefühlvoll arrangierte Reise zu den privaten Orten von Ryan Patterson.

Als vor einem Dreivierteljahr die EP „Always Night“ erschien, gelang es dem Sänger, Liedermacher und Multiinstrumentalisten mich von seinem authentischen Sound zu überzeugen. Mir gefiel damals vor allem sein Gesang, den ich irgendwie als besonders wahrnahm. Entsprechend zuversichtlich ging ich an das Debütalbum heran.

Es machte sich schnell Ernüchterung breit, es gelang FOTOCRIME diesmal nicht, den Funken auf mich überspringen zu lassen. Die Musik insgesamt hinterlässt bei mir einen viel zu lieben, braven und harmlosen Eindruck. Stellenweise wirken die Arrangements gar poppig auf mich. Ich vermisse das Sonderbare und Eigensinnige, was ich vor allem in Pattersons Gesang auf der EP vorfand. Vielleicht kommt für mich das Album auch einfach nur zum falschen Zeitpunkt. Manchmal braucht ein Album bestimmte Vorbedingungen, ein spezielles Umfeld um keimen zu können. Jedenfalls bleibe ich seltsam unberührt.

Ich finde „Principle Of Pain“ nicht per se schlecht. Hier und da gefällt mir durchaus mal etwas, etwa der erste Refrain in „Love In A Dark Time“, den ich aufgrund seiner Harmonik wirklich großartig finde. Doch das sind dann immer nur kurze vorübergehende Spitzen, die schnell in sich zusammenbrechen und das zuvor aufgebaute Gefühl in mir zerstören.

FotocrimeIm Vergleich zur EP empfinde ich das Album als weniger mutig und nicht so überraschend. Die EP besitzt besondere Eigenheiten, Ecken und Kanten, seltsame Momente die mich beim ersten Mal überraschten. All dies fehlt mir auf „Principle Of Pain“, es ist mir auf die Dauer bezogen zu glatt und gerade. Wahrscheinlich bin ich mit dieser Wahrnehmung und Einschätzung alleine, weshalb ihr unbedingt selbst reinhören solltet.

Fotocrime – Principle Of Pain
01.06.2018 | Post Punk
Vinyl, CD, Digital | Golden Antenna Records

1. Nadia (Last Year’s Men)
2. Love In A Dark Time
3. Dont’t Pity The Young
4. The Rose And The Thorn
5. Autonoir
6. Gods In The Dark
7. Enduring Chill
8. Infinite Hunger For Love
9. Confusing World
10. The Soft Skin

R – Gesang, Gitarren, Bassgitarre, Synthesizers, Programmierung
Nick Thieneman – Gitarren, Gesang
Shelley Anderson – Bassgitarre, Gesang
Mother – Schlagzeug

https://www.fotocrime.com/ | https://www.facebook.com/fotocrime/ | https://fotocrime.bandcamp.com/
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