Greyfell – Horsepower

Greyfell - HorsepowerHier gibt’s das volle Brett doomiger Schwere und teerflüssiger Zähigkeit, gepaart mit Stoner und Psychedelic. Präsentiert wird das alles vom französischen Quartett GREYFELL, das gerade mit dem zweiten Album „Horsepower“ unterwegs ist.

Vom ersten Moment an erweist sich das Album als überaus interessant und vielfältig, und das, obwohl sich GREYFELL auf eng gesteckten Pfaden bewegen. Die große Vielfalt findet nämlich im Kleinen statt, es sind die variablen Details die „Horsepower“ reichhaltig machen, ohne mit komplexer Verdichtung oder mit plakativen Effekten für Aufsehen zu sorgen. Wenn man nicht richtig hinhört, hören und fühlen sich die fünf Lieder wahrscheinlich sehr ähnlich an, was man dann fälschlicherweise mit mangelnder Abwechslung abtun und langweilig empfinden würde.

Nun, warum ist „Horsepower“ vielfältig und gleichzeitig eintönig? Das Grundgerüst des Albums besteht aus dem relativ hohen, unverzerrten und an ein Rufen erinnernden Gesang, Keyboards und Synths sowie den grell und rau klingenden Gitarren. Diese Grundzutaten wurden von GREYFELL mannigfaltig arrangiert, sodass trotz der wenigen Elemente und klanglichen Vorgabe eine dynamische Tiefe entsteht.

So ist es möglich, dass dröhnender Stoner Doom, der hin und wieder an SLEEP erinnert, mit psychedelischem Doom der Sorte UFOMAMMUT einhergeht. Offene Gitarrenmelodien verschmelzen mit psychedelischen Keys und rauen Bässen zu einer doomigen Melange. „Horsepower“ ist dunkel und rau, vor allem des Klanges wegen, aber gleichzeitig auch immer wieder melodisch und atmosphärisch. Es ist für jeden Geschmack, für jedes Gemüt etwas dabei und dennoch klingt „Horsepower“ wie aus einem Guss.

GreyfellIm längsten Stück „Spirit Of The Bear“ ist phasenweise sogar schwärzester Sludge mitsamt einem scheppernden und peitschenden Schlagzeug sowie bissigen Kreischgesang zu hören, was im Zusammenspiel mit dem vorangestellten harmonischen Stoner-Part ein kontrastreiches, spannungsgeladenes Lied ergibt.

Für mich ist „Horsepower“ ein rundum gelungenes Album, das mir viel Spaß macht. Es hat im Grunde alles, was ich mir von Doom Metal wünsche. Es ist hässlich, dreckig und hart, gleichzeitig aber auch ob seiner Melodik und Mystik verführerisch und harmonisch.

Greyfell – Horsepower
2018 | Doom, Stoner
Digital, CD, Vinyl | Atypeek Music, Argonauta Records

1. People’s Temple
2. Horses
3. No Love
4. Spirit Of The Bear
5. King Of Xenophobia

https://www.facebook.com/Greyfellband | https://greyfell.bandcamp.com/
http://www.atypeekmusic.com/ | https://www.facebook.com/AtypeekMusic
http://www.argonautarecords.com/ | https://www.facebook.com/ArgonautaRecords/

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