Grin – Revenant

Grin - RevenantDen Bandnamen den sich das von EARTH SHIP bekannte Ehepaar Sabine und Jan Oberg ausdachte, hat mit der Musik nichts zu tun. Ganz im Gegenteil. Das Debütalbum „Revenant“ ist schwerer und düsterer Doom mit psychedelischen Anleihen. Grinsen kann man dabei natürlich trotzdem kopfnickend, einfach weil die Musik gefällt. Doch mit lieblichem Wohlklang haben GRIN nichts zu tun.

Das Paar agierte sehr minimalistisch und verzichtete auf eine Gitarre. Als Instrumente kamen lediglich Schlagzeug und Bassgitarre zum Einsatz. Das Fehlen des Sechssaiters macht sich von Anfang an stark bemerkbar, da die tiefen, rauen und knarzenden Bässe unheimlich viel Raum einnehmen und somit ein bestimmendes Element sind. Das melodische Spektrum ist sehr übersichtlich, und anstatt sich in fein ziselierten Melodien zu ergehen, spielte Sabine ihren Bass oftmals hässlich, drückend und beklemmend.

Dem gegenüber steht das hämmernde und zischelnde Schlagzeug. Besonders gut gefällt mir der ausgiebige Einsatz der Becken, was ich als angenehm scheppernd und eindringlich empfinde. Im Zusammenspiel mit dem Bass ergibt sich so eine massive Klangwand tiefer, düsterer und schwerer Klänge, die sich mitunter lärmend und psychedelisch ins Klaustrophobische verdichten, was beispielsweise überragend in „Sentinel“ gelingt.

GrinGRIN wirken auf mich manchmal wie eine übellaunige (was von einer Band aus Berlin absolut zu erwarten ist) Verschmelzung und Variante von UFOMAMMUT und SLEEP. „Revenant“ ist eine Platte, die mich in jeder Hinsicht überzeugt. Der sehr variable aber zurückhaltende und relativ rare Gesang, die Instrumentierung, die düstere und schwere Atmosphäre, das Fehlen lieblicher Melodien, all das spricht mich an und macht die Musik zu einem knurrenden Kontrastpunkt, mit dem sich GRIN von EARTH SHIP und vergleichbaren Gruppen stark abgrenzen.

Zu dem guten musikalischen Eindruck passt das haptisch und optisch schön gemachte Digipak der CD, welches dazu verleitet, das Album in die Hände nehmen und anfassen zu wollen. Eine Vinylversion, die auf 200 Kopien limitiert ist, wird es auch geben.

Grin – Revenant
27.04.2018 | Doom, Sludge
Vinyl, CD | The Last Dosing Records

1. Alterna
2. Seclusion
3. Sentinel
4. Ordinand
5. Revenant
6. Closure

Sabine Oberg – Bass
Jan Oberg – Schlagzeug, Gesang, Noise
Kyle A. McDonald – Gastgesang in 4.

https://www.facebook.com/GRINCULT | https://grincult.bandcamp.com/releases
https://www.facebook.com/thelastingdoserecords/

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