Mark Lotz & Alan Purves – Food Foragers

Mark Lotz & Alan Purves - Food ForagersWas dabei herauskommt, wenn ein Jazz-Flötist und ein „Sqeakologe“ (er ist eigentlich Schlagzeuger und Perkussionist) kollaborieren, lässt sich auf „Food Foragers“ nachhören. Es ist die erste Zusammenarbeit von Mark Lotz und Alan Purves.

Die Zwei greifen auf eine unfassbare Vielfalt an Flöten und ungewöhnlichen Klangerzeugern, darunter diverse Spielzeuge zurück, wie unter anderem eine indische Shrutibox, ein Balafon oder ein Spielzeugakkordeon. Diese Liste ist noch lange nicht am Ende und soll vorab nur einen kleinen Einblick in die Variationsbreite der Instrumente darstellen.

So mannigfaltig die Instrumente sind, so vielfältig ist auch die Musik. Lotz und Purves fanden Inspiration unter anderem in Mali oder in dem Stummfilm „The Endurance“. „Food Foragers“ ist ein spannendes, unterhaltsames und überraschendes Werk. Ich hatte mich mit der Welt der Flöten bisher noch nie wirklich beschäftigt, und ich hatte auch noch nie darüber nachgedacht, ob und inwieweit sich Plastikspielzeug zum Musizieren verwenden lässt. Es mussten erst Flötist Mark Lotz und Klangforscher Alan Purves kommen, damit ich diese Tonwerkzeuge überhaupt wahrnehme und als das erkenne was sie sind: Instrumente mit denen man unglaublich vielfältige und pointierte Musik machen kann.

Ich bin jedenfalls angetan. Schon alleine deshalb, weil mich die Intensität und Ernsthaftigkeit berührt. Wenn ich mir Alan Purves im Teaser anschaue und sehe, wie er das kunterbunte Spielzeug in die Hände nimmt und es drückt, schüttelt oder klopft, wirkt das zunächst mindestens sonderbar. Es scheint nicht zu passen. Da sitzt ein Mann im besten Alter und musiziert mit Kinderspielzeug. So abstrakt das optisch auch sein mag, so überwältigend und harmonisch ist das Klangergebnis. Wenn man sich die Musik auf CD anhört, hat man nämlich nicht den Eindruck, dass da jemand gar keine echten Instrumente benutzt, so stimmig und professionell wirken die Arrangements.

Nicht nur die Instrumente sind bunt, auch die Musik ist es. Leise und harmonische Darbietungen treffen hin und wieder auf dezente elektronische Einschübe. Meditative Klangsphären wechseln sich mit rhythmischen und perkussiven Liedern ab, und mit dem Stück „I Am Sorry Blues“ gibt es eine echten Ohrwurm. Außerdem ist es regelrecht zauberhaft, mit welch gefühlvoller Eleganz Mark Lotz den Flöten sanfte, traumhaft schöne Melodien entlockt.

Wer sich für ungewöhnliche Klangkonzepte, die weite Welt der Instrumente und liebevolle Arrangements interessiert, sollte sich „Food Foragers“ unbedingt anhören.

Mark Lotz & Alan Purves – Food Foragers
2018 | Jazz
CD, Digital | Unit Records

1. Abu In The Sky
2. Hog Time
3. Echoes Of A Life Hereafter
4. Piepkuiken (For Hermeto)
5. Petal Of A Rose
6. Endurance
7. Ice Breath
8. Kingfisher
9. Black Scratcher
10. River
11. Belly Buttons
12. Food Foragers
13. Hanging Out
14. Lullaby For Time
15. I Am So Sorry Blues

http://www.lotzofmusic.com/lotz/ | https://www.facebook.com/Mark-Alban-Lotz-129766467206574/
http://unitrecords.com/de/

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