Primitive Man – Steel Casket

Primitive Man - Steel CasketMit ihrem Debütalbum „Scorn“ machten mich PRIMITIVE MAN damals völlig fertig. Die verstörende Härte und zermalmende Schwere war klanggewordener Nihilismus. Auch die zwei Jahre später erschienene EP „Home Is Where The Hatred Is“, mitsamt dem dazugehörigen Video, bereitete mir viel Freude, und nun gibt es mit der brandneuen Kassette „Steel Casket“ ein kleines, für einige sicherlich auch überraschendes, Back to the roots.

„Steel Casket“ enthält zwei überlange Stücke, die überhaupt keinen Sludge enthalten. Die meisten kennen PRIMITIVE MAN aber wohl genau deshalb. „Steel Casket“ knüpft an die 2014 ebenfalls über Tartarus Records erschienene EP „P//M“ an. Das bedeutet, PRIMITIVE MAN geben hier ein Gemisch aus Ambient, Noise und Drone zum Besten.
„Steel Casket“ entstand im Anschluss an die Aufnahmen vom zweiten Album „Caustic“, welches im Herbst des vergangenen Jahres erschien. Der Aufnahmeleiter des Studios hatte noch einen Tag Zeit, und so kehrten PRIMITIVE MAN zurück, um diese zwei, rund 46 Minuten langen Brocken, einzuspielen.

Nur weil es kein Sludge ist, ist die Musik nicht bekömmlicher. PRIMITIVE MAN klingen auch hier düster und beklemmend. Vor allem das erste Stück „Fear“ kann als musikalisches Gleichnis für eine albtraumhafte Tortur herhalten. Der Titel beginnt zwar ruhig, doch diese leise Einführung birgt bereits aufgrund ihrer dunklen Gitarrenmelodie etwas Unheilvolles und Beängstigendes. Im weiteren Verlauf verdichten sich die Arrangements zunehmend, es wird lauter und ungemütlicher, und es offenbart sich ein Mahlstrom aus Noise und Drone, der mich qualvoll in seine Tiefen zieht. Die letzten zehn Minuten von „Fear“ sind derart unheimlich und gleichzeitig morbide, sodass sie hervorragend zu einem Horrorfilm passen würden, irgendetwas Beklemmendes in einem lichtlosen Verließ, wo Folterwerkzeuge rumliegen und ähnliches.

Primitive Man (Steel Casket Tape)Auch die zweite Nummer „A Life Of Turmoil“ enthält nichts Positives, wobei sich PRIMITIVE MAN mit dem Spannungsbogen hier mehr Zeit ließen und es länger bis zum harschen, heftigen Finale dauert.

Die Kassette enthält einen Download-Code und erschien für den europäischen Markt über Tartarus Records in einer Auflage von 100 Kopien. Wo PRIMITIVE MAN drauf steht, ist auch PRIMITIVE MAN drin: Nämlich klanggewordener Wahnsinn voller Pein und Albträume.

Primitive Man – Steel Casket
25.04.2018 | Ambient, Drone, Noise
Kassette | Tartarus Records

1. Fear
2. A Life Of Turmoil

https://primitivemandoom.com/ | https://www.facebook.com/primitivemandoom/ | https://primitivemandoom.bandcamp.com/
http://tartarusrecords.com/ | https://www.facebook.com/TartarusRecords

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